„Der Kopf qualmt“: Welche Rolle spielt Zugang Ando im St. Pauli-Plan?
Er ist der bislang einzige Wintertransfer des FC St. Pauli und hat sein erstes Spiel am Millerntor sogar schon hinter sich und ein Lob seines Trainers eingeheimst. Die 45 Minuten beim Test gegen Werder Bremen (0:0) waren ein Warm-up für den Japaner Tomoya Ando. War es auch eine Generalprobe für sein echtes Kiezkicker-Debüt im Liga-Neustart gegen RB Leipzig am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de), sollte die Partie trotz des problematischen Winterwetters angepfiffen werden, oder in der englischen Woche? Wie Alexander Blessin mit ihm plant.
Keine Frage: Der 1,90 Meter große Japaner hat auf Anhieb gezeigt, warum der Kiezklub ihn unter Vertrag genommen hat. Der 26-jährige Nationalspieler ist ein Mann mit Perspektive und noch längst nicht ausgeschöpftem Potenzial, kann aufgrund seiner Flexibilität im Defensivbereich aber auch schon in den kommenden Wochen und Monaten eine Rolle spielen, wenngleich wohl zunächst eine Nebenrolle, denn die Plätze in St. Paulis Dreierkette sind an Eric Smith, Hauke Wahl und Kartol Mets vergeben. Aber: Ando könnte ein Faktor sein, sollte sich Blessin im Verlauf der Rückrunde mal entscheiden, Smith ins defensive Mittelfeld vorzuziehen.
Was Trainer Alexander Blessin zur Rolle von Ando sagt
„Er hat es sehr, sehr gut gemacht gegen Bremen“, lobte Trainer Blessin den Neuen, der in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden war. Zugleich bremst der Chefcoach. „Ich glaube, er braucht jetzt einfach ein bisschen Zeit. Wir machen jeden Tag eigentlich mit ihm Videoanalyse, haben das Spiel auch noch mal ein bisschen mit ihm besprochen, durchgegangen, einzelne Situationen, was dann wichtig ist. Es wird jeden Tag besser und er ist aber auch schon auf einem guten Weg, aber er hat davor halt auch drei Wochen nicht trainiert und das muss er jetzt halt auch noch ein bisschen aufholen.“ In Japan endete die Saison Anfang Dezember.

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Nicht nur sportlich und taktisch muss Ando die braun-weiße Spielweise erlernen und Prinzipien verinnerlichen, sondern sich auch sprachlich entwickeln, um allen Gesprächen und Anweisungen folgen zu können. „Der Kopf qualmt gerade, weil wir ständig übersetzen müssen zwischen Englisch, Japanisch, Deutsch, Japanisch“, berichtet Blessin. Die Rolle des Übersetzers übernehmen neben dem Platz St. Paulis Zeugwart Kenta Kambara, ein Japaner, der seit vielen Jahren in Deutschland tätig ist, und auf dem Rasen Andos Landsmann Joel Chima Fujita, der besser Englisch spricht als Ando.
Verständigung zwischen Japanisch, Englisch und Deutsch
Ando ist sehr lernwillig und laut Blessin „absolut ein klasse Typ, ein lustiger Typ und bringt sich da voll ein“, erzählt der Coach. Die erste Stunde Englischunterricht des Winterzugangs sei „sehr gut und lustig“ gewesen, habe er gehört.

Besonders gefallen Blessin natürlich die fußballerischen Qualitäten des körperlich robusten Abwehrmannes, den er als „extrem flexibel“ beschreibt. „Er ist Rechtsfuß, was man teilweise gar nicht sieht, weil er viele Bälle dann auch mit dem linken Fuß spielt.“ Ando könne deshalb auf allen drei Positionen der Dreierkette eingesetzt werden. Möglicherweise zeitnah, um seine Pflichtspiel-Premiere zu feiern.
„Das Schöne ist ja, dass wir jetzt eine englische Woche haben, und da kann man dann auch mal gucken, wie man versucht, ihn dann auch so ein bisschen ranzubringen“, gibt der Trainer Einblick in seine Gedanken. „Sind es dann zehn, 15 Minuten oder 20 Minuten? Das muss man dann sehen, abwarten, wie der Spielverlauf dann ist. Er ist auf jeden Fall ein Mehrwert und es freut mich, dass wir ihn haben.“
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