„Das ist unser Faustpfand“: Worauf St. Pauli im Klassenkampf setzt
Die Magie ist zurück, jedenfalls in deutlich erkennbaren Ansätzen. Und wenn der FC St. Pauli es schaffen sollte, den Trend beizubehalten, dann kann es noch ein ganz entscheidender Move im Kampf gegen den Abstieg werden, dass sich Stadion, Fans und Mannschaft wieder zu einer Einheit geformt haben.
2:1 gegen Heidenheim, 0:0 gegen den HSV, 1:1 gegen Leipzig, 2:1 gegen Stuttgart, 2:1 gegen Bremen – in den vergangenen fünf Heimspielen war zwar auch nicht alles Gold, was glänzte (nicht umsonst sprach Alexander Blessin noch vor wenigen Tagen von „Grütze“, als es um die Leistung beider Teams im Derby ging). Aber es ist unterm Strich wieder etwas entstanden, das lange verschüttgegangen war: ein Wir-Gefühl aller, die es mit Braun-Weiß halten. Ob auf den Rängen, der Bank oder dem Platz. Und das kann am Ende nicht weniger und nicht mehr sein als die Kapitallebensversicherung der Kiezkicker.
St. Pauli braucht im Abstiegskampf Heimstärke
„Das ist alles entscheidend“, brachte es Coach Blessin ohne Umschweife auf den Punkt, als er auf die Serie von nunmehr fünf ungeschlagenen Heimspielen angesprochen wurde. „Du musst, wenn du gegen den Abstieg spielst, deine Heimspiele gewinnen.“ Klar, man dürfe „auch mal Boni sammeln, indem du auswärts mal einen Punkt holst oder sogar ein Dreier durchflutscht. Aber die Heimserie ist eminent wichtig“.
Kiezklub mit besserer Heimbilanz als alle Konkurrenten
15 Punkte hat St. Pauli aus den bisherigen elf Partien am Millerntor geholt, dabei vier Siege, drei Remis und vier Pleiten zu verbuchen. Klingt erst mal nach maximal ausreichend, wird aber deutlich aufgewertet, wenn man sich die direkte Konkurrenz anschaut. Der VfL Wolfsburg holte aus einem Dutzend Heimpartien gerade mal neun Zähler, ist damit Schlusslicht dieser Statistik. Und auch der 1. FC Heidenheim (12 Spiele, zehn Zähler), Borussia Mönchengladbach (11/10), Werder Bremen (11/13) und der FSV Mainz 05 (12/13) stehen schlechter da als die Hamburger.
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Am Ende, das weiß auch Blessin, geht es nur gemeinsam. „Die Fans einzubeziehen, ist einfach extrem wichtig“, sagte der 52-Jährige. „Was dann passiert, ist, dass eine wahnsinnig gute Atmosphäre herrscht und jeder denkt: Boah, jetzt kitzele ich vielleicht noch diese zwei, drei Prozentpunkte mehr raus. Das ist unser Faustpfand. Das Millerntor-Stadion, dass kein Gegner Lust hat, hier gegen uns zu spielen, dass wir das als Festung ansehen.“ Nur so habe man eine Chance, die Ziele am 34. Spieltag zu erreichen.
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