„Das geht einfach nicht“: St. Pauli-Coach Blessin mit harter Rüge für Eric Smith
Es war ein absolutes Traumtor, mit dem Kevin Stöger Borussia Mönchengladbach am Freitagabend gegen St. Pauli in Führung brachte. So unhaltbar der Schuss, so ärgerlich war die Entstehung des Gegentreffers. Im Zentrum der Kritik: Eric Smith.
„Wunderschön“, „sehr gut“, „unglaublich“: Für den Sonntagsschuss, mit dem Kevin Stöger seine Farben gegen St. Pauli auf die Siegerstraße brachte, hatten selbst die Hamburger nichts als Anerkennung übrig.
FC St. Pauli: Alexander Blessin kritisert Eric Smith
Die Art und Weise, wie es dem Freistoßkünstler überhaupt ermöglicht wurde, beim ruhenden Ball Maß zu nehmen, sorgte da schon für deutlich mehr Unmut: Knapp 25 Meter vor dem Tor ging Eric Smith gegen den von hinten anrauschenden Yannik Engelhardt zu hölzern zu Werke und traf den Gegenspieler mit seinem zu hohen Bein.
Für Trainer Alexander Blessin ein inakzeptables, weil den eigenen Prinzipien widersprechendes Defensivverhalten des Schweden: „Wir wollten aktiv sein, wir wollten nicht reaktiv sein. Dann muss Eric besser seinen Körper dazwischen bringen.“ Die Folge sei ein Freistoß aus einer sehr gefährlichen Situation und schließlich die umgehende Bestrafung in Form des Gegentreffers. „Das geht einfach nicht“, stellte Blessin klar. Es gehe darum, „vom Kopf her wach zu sein“. Und weiter: „Es darf uns in so einem Moment einfach nicht passieren, dass wir solche Fouls produzieren.“
Übeltäter selbst zeigt sich selbstkritisch nach Foul
Das Engelhardt im Rücken und damit außerhalb des Sichtfeldes von Smith Richtung Ball vorstieß, wollte Blessin seinem Führungsspieler nicht schuldmindernd auslegen: „Es ist mir egal, dass er ihn nicht sieht. Er muss trotzdem in dem Bereich vor der Kette schneller agieren.“ Dann hätte Smith seinen Körper reinstellen, in der Dynamik und den Ball mitnehmen können. „Dann passiert so was nicht.“
Es ist eine deutliche Kritik am Defensivmann, gegen die sich Smith selbst gar nicht erst verteidigen wollte. Stattdessen nahm er die Schuld auf sich: „Sie konnten durch einen Freistoß treffen, weil ich einen Fehler gemacht und Foul gespielt habe. Ich hätte eher da sein und versuchen müssen, den Ball besser zu klären.“
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Zur ganzen Wahrheit gehört auch: Hätte Stöger in der Folge nicht einen absoluten Sahne-Moment erwischt, würde nun wohl niemand mehr über das Foul sprechen. „Von zehn Dingern macht er wahrscheinlich einen oder zwei so rein“, wusste auch Blessin. Nun war es ausgerechnet gegen St. Pauli so weit. Es passte zu einem gebrauchten Abend für Smith und Co.
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