Jackson Irvine in Gladbach

Jackson Irvine und der FC St. Pauli verloren in Gladbach nicht nur das Gleichgewicht, sondern auch das Spiel. Foto: imago/Matthias Koch

„Das geht einfach nicht!“ Schwaches St. Pauli stolpert in Gladbach – und schimpft

kommentar icon
arrow down

Unnötiger Rückschlag statt Riesenschritt gen Klassenerhalt: Der FC St. Pauli hat das brisante Kellerduell bei Borussia Mönchengladbach mit 0:2 (0:1) verloren – und muss sich das ausschließlich selbst ankreiden. Vor 49.200 Fans in der nicht ausverkauften Arena machten die Hamburger zwar nicht viele, aber spielentscheidende Fehler, die einem mitnichten besseren Gegner die beiden Treffer und ein Polster von vier Zählern auf den Kiezklub ermöglichten.

Es war eine Partie, die man eigentlich nicht verlieren darf. Und wer weiß, wie die ganze Nummer gelaufen wäre, hätte Joel Chima Fujita seine hundertprozentige Chance nach Vorarbeit von Jackson Irvine und Lars Ritzka genutzt, statt an Gladbachs Keeper Moritz Nicolas zu scheitern (27.). „Den kann er platzieren, den hätte er machen müssen“, urteilte Coach Alexander Blessin. Zu dem Zeitpunkt hatte St. Pauli alles im Griff nach anfänglichen Problemen, dominierte ideenlose Gastgeber, um denen dann doch die so wichtige Führung zu ermöglichen.

St. Paulis Eric Smith mit einem folgenschweren Fehler

Eric Smith ging zu inkonsequent in ein Duell mit Yannick Engelhardt, erwischte diesen mit dem Fuß im Gesicht. Und den fälligen Freistoß nagelte Kevin Stöger ebenso sehenswert wie unhaltbar aus rund 25 Metern in die Maschen. „Den hat er top da rein gezirkelt, aber wie der Freistoß entsteht …“, klagte Alexander Blessin: „Da muss Eric seinen Körper besser reinbringen. Das geht einfach nicht, er muss in dem Bereich schneller reagieren.“


MOPO

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Luisa Neubauer im MOPO-Interview: „Ich bin immer noch das Mädchen, das seinen Vater zu früh verlor”
  • Sommerurlaub: Wird alles teurer? Wo’s noch Schnäppchen gibt
  • Plattdeutsch-Boom: Ihre Kurse sind ständig ausgebucht
  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für die ganze Woche
  • 16 Seiten Sport: Vor dem Derby! Legende Ailton packt aus
  • 28 Seiten Plan 7: Endlich wieder nachts ins Museum & Ausgeh-Tipps für jeden Tag

Mit dem Rückstand, befand der Trainer, sei es dann schwierig gewesen. So wie auch in der Anfangsviertelstunde („Da haben wir Probleme gehabt“), dann sei man „immer besser ins Spiel gekommen“, gefährlich – das räumte auch der nimmermüde versuchende Danel Sinani ein – sei man fast nie geworden: „Wir konnten keine klaren Chancen herausspielen.“ Was den Luxemburger auch massiv wurmte, waren die ersten Minuten. „Für uns war es ein enorm wichtiges Spiel. Wir wollten eigentlich um den Sieg kämpfen, haben dann aber die ersten 15 Minuten vollkommen verschlafen. Da muss man von Anfang an mehr Energie bringen.“

Das könnte Sie auch interessieren: Die Noten zum 0:2 in Gladbach

Nach der Pause konnte man den Hamburgern zwar den Willen nicht absprechen, allerdings entwickelte St. Pauli nahezu gar keine Torgefahr – und machte ein zweites Mal im falschen Moment zu viel nicht richtig. „Auch das zweite Tor haben wir hergeschenkt“, kritisierte Blessin. „Da haben wir zunächst vorne keinen Druck drauf, haben den Ball dann ein, zwei Mal gefühlt schon wieder, werden inaktiv und bestraft.“ Und zwar in Person des eingewechselten Franck Honorat nach 62 Minuten.

St. Pauli-Coach Blessin kritisiert seine Mannschaft

Ärgerlich, sehr ärgerlich sogar, weil ein direkter Konkurrent auf vier Punkte weggezogen ist. „Es war kein gutes Spiel für uns, aber du kannst trotzdem mit einem 0:0 hier rausgehen und dann ist alles gut“, befand Blessin. In den vergangenen Wochen habe man stets die notwendigen 100 Prozent abrufen können, „aber heute waren wir einfach nicht bereit“. Das habe er seiner Mannschaft auch schon im Kreis direkt nach dem Abpfiff aufs Brot geschmiert.

Und jetzt? „Wir hatten schon schlimmere Situationen als diese“, sagte Nikola Vasilj, der nach 245 Minuten ohne Gegentreffer wieder hinter sich greifen musste, ohne etwas dafür zu können. „Ich bin mir sicher, dass wir wieder zurückkommen werden.“ Die nächste Gelegenheit dafür ist noch mehr als eine Woche weg, am übernächsten Sonntag gastiert der SC Freiburg am Millerntor.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test