„Das bin ich einfach nicht“: So geht es St. Paulis letztem Weihnachtshelden
Vor exakt einem Jahr war er der umjubelte Matchwinner. Am 21. Dezember 2024 hatte Johannes Eggestein den Siegtreffer zum 1:0-Erfolg des FC St. Pauli beim VfB Stuttgart erzielt, da fiel ein später von ihm verschossener Strafstoß glücklicherweise nicht mehr ins Gewicht. Inzwischen stürmt „Jojo“ bekanntlich für Austria Wien und sprach nun auf „transfermarkt.de“ über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Dass ihm der Abschied aus Hamburg im vergangenen Sommer wehgetan hat, hatte Eggestein schon im Gespräch mit der MOPO Mitte September wissen lassen. An der Wahrnehmung hat sich beim 27-Jährigen nichts geändert. „Ich hatte eine unfassbar schöne Zeit beim FC St. Pauli“, sagte er nun auch auf „transfermarkt.de“. „Ich hatte immer das Gefühl, dass nicht nur der Sportler, sondern auch der Mensch in diesem Verein im Vordergrund steht. Das habe ich sehr geschätzt und deshalb war es auch schmerzhaft, St. Pauli zu verlassen.“ Auf der anderen Seite habe er aber auch das Gefühl gehabt, dass er nicht mehr die sportliche Rolle spielen werde wie in den Jahren davor.
Ex-Kiezkicker Johannes Eggestein in Wien angekommen
33 Torbeteiligungen in 85 Einsätzen hatte der Angreifer von 2022 bis 2025 beigesteuert, war einer der umjubelten Aufstiegshelden und lange auch in der ersten Bundesliga-Saison gefragt. In Wien steht er nach einem Treffer und einer Vorlage beim jüngsten 3:1 gegen Sturm Graz auch schon bei elf Scorerpunkten, mehr hat kein anderer Profi bei der Austria vorzuweisen.

„Inzwischen fühle ich mich wirklich angekommen“, erklärt Eggestein, der zu Beginn auf der neuen Station Anlaufschwierigkeiten gehabt hatte. Kein Wunder, denn: „Es war ein Kaltstart für mich, weil ich die Vorbereitung nicht mitgemacht habe.“
Ex-St. Paulianer Eggestein offen bei der Zukunftsplanung
Nun läuft es aber für den ehemaligen Kiezkicker, dessen Vertrag auch deswegen nicht verlängert worden war, weil sein Profil im neuen Spielstil nicht mehr gefragt war. „Viele bevorzugen einen 1,90 Meter großen, echten Mittelstürmer oder jemanden, der 35 km/h läuft, aber das bin ich einfach nicht“, befindet er. „Von daher musste ich mir andere Möglichkeiten suchen, um wichtig für die Mannschaft zu sein.“ Gefunden hat er diese längst und auch in Braun-Weiß gewinnbringend einzusetzen verstanden. Zum Beispiel vor genau einem Jahr in Stuttgart.
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Und auch seinen Weg für das Leben nach dem Fußball hat er entdeckt. Das bereits in Hamburg begonnene Psychologie-Studium setzt Eggestein auch in Österreich fort. Er könne sich zwar auch einen Verbleib im Fußball vorstellen, „aber ich habe viele andere Interessen außerhalb des Sports und versuche, das auf mich zukommen zu lassen“. Denn meistens sei der Werdegang etwas, das sich aus dem Verlauf der Karriere und des Lebens ergebe.
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