Darum sind die Ultras von St. Pauli und Bayern so eng befreundet

Bayern-Fans mit einem Banner für Ultra Sankt Pauli
2022 gratulierten die Ultras aus der Südkurve in München USP zum 20. Geburtstag.

Wenn am Samstag der FC Bayern München am Millerntor beim FC St. Pauli gastiert, wird es auf den Tribünen ausgesprochen harmonisch zugehen. Es ist bekannt, dass die aktiven Fanszenen beider ansonsten so ungleicher Vereine eine innige Freundschaft pflegen. Bis auf die Betroffenen selbst weiß allerdings kaum jemand, wie diese außergewöhnliche Verbindung zustande gekommen ist. Die Basis der Zusammenkunft liegt schon mehr als zwei Dekaden zurück. Die MOPO erklärt den Ursprung dieser ungewöhnlichen Freundschaft.

Man schrieb den Sommer des Jahres 2003, keine schöne Zeit für die Anhängerschaft beider Vereine. St. Pauli, frisch von der Bundesliga bis in die 3. Liga durchgereicht, stand nicht nur sportlich, sondern auch finanziell am Abgrund. Beim amtierenden Deutschen Meister hingegen hing der Haussegen mächtig schief, weil die FC Bayern AG infolge angeblicher Randale bei der Titelfeier den aktiven Fans über 300 Dauerkarten für die Folgesaison gestrichen hatte. „Wir standen mit dem Rücken an der Wand und befanden uns in einem dramatischen Existenzkampf“, heißt es auf der Seite der „Schickeria München“.

FC Bayern rettete einst den FC St. Pauli vor dem Ruin

Unter diesen Voraussetzungen traf man sich am 13. Juli zum „Retterspiel“ (mit Uli Hoeneß im Retter-Shirt) am Millerntor. Und gleichwohl „Ultrà Sankt Pauli“ (USP) und die anderen Hamburger Fans gerade genug eigene Sorgen hatten angesichts der prekären Situation des Klubs, gab es im ganzen Stadion seinerzeit zahlreiche Solidaritätsbekundungen mit den Ultras der Bajuwaren.

Uli Hoeneß beim Retterspiel des FC Bayern auf St. Pauli
Ausgangspunkt: 2003 kam Uli Hoeneß mit seinem FC Bayern zum „Retterspiel“ ans Millerntor.

„Etwas, was wir NIE vergessen haben“, schreibt die „Schickeria“: „Gerührt, tief beeindruckt und überrascht von so viel Solidarität, Engagement und Differenzierungsvermögen kam man nach dem Spiel ins Gespräch und verbrachte einen netten Abend im Viertel.“

St. Pauli- und Bayern-Fans freundeten sich schnell an

Es war der Beginn einer Beziehung, die in Sachen Intensität schnell Fahrt aufnehmen sollte. Gegenseitige Spielbesuche folgten, die jeweilige Teilnahme an den Fußball-Turnieren der anderen (Kurt-Landauer-Turnier in München, Antira in Hamburg). „Es sind nicht wenige aus beiden Gruppen, die inzwischen fast täglich miteinander in Kontakt stehen“, heißt es bei der „Schickeria“.

Ultra Sankt Pauli mit einem Banner der Schickeria München
Die Verbindung zur „Schickeria“ ist im St. Pauli-Block oftmals sichtbar.

Diverse Freundschaften entwickelten sich, gemeinsam ist man an der Gründung des antifaschistischen Ultra-Netzwerks „Alerta!“ beteiligt gewesen. „In letzter Zeit fand kaum ein Sankt Pauli- oder Bayern-Spiel statt, bei dem nicht jeweils Besuch der anderen Gruppe präsent war“, beschreibt es die „Schickeria“.

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Am Samstag haben beide zum ersten Mal seit über 13 Jahren wieder dasselbe Stadion zum Ziel. Und völlig egal, wie die Partie sportlich endet: Einfluss auf die innige Freundschaft beider Fanlager wird das Endresultat nicht haben.

Wenn am Samstag der FC Bayern München am Millerntor beim FC St. Pauli gastiert, wird es auf den Tribünen ausgesprochen harmonisch zugehen. Es ist bekannt, dass die aktiven Fanszenen beider ansonsten so ungleicher Vereine eine innige Freundschaft pflegen. Bis auf die Betroffenen selbst weiß allerdings kaum jemand, wie diese außergewöhnliche Verbindung zustande gekommen ist. Die Basis der Zusammenkunft liegt schon mehr als zwei Dekaden zurück. Die MOPO erklärt den Ursprung dieser ungewöhnlichen Freundschaft.