FC St. Pauli
Darf sich St. Pauli-Coach Rapp bald auf einen „Neuling“ freuen?
Eric Smith scheidet mit Schweden bei der WM aus. Beim FC St. Pauli könnte der Abwehrspieler bald wieder ins Training einsteigen. Warum Smith wohl mit gemischten Gefühlen auf das Turnier zurückblickt.
Bislang lief die WM aus Sicht des FC St. Pauli nahezu perfekt. Connor Metcalfe und Jackson Irvine schafften es mit Australien in die K.o.-Phase, genauso wie Nikola Vasilj, der seit dem 1. Juli offiziell als Ex-St. Paulianer betitelt werden kann, mit Bosnien und Herzegowina. Für den ersten Kiezkicker endete die WM-Reise in der deutschen Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Für Eric Smith war es derweil ein Erlebnis zwischen Traum und Wirklichkeit.
Smith und die schwedische Nationalmannschaft, es wirkte für lange Zeit, als läge ein Fluch in dieser Verbindung. Bis 2026 wurde der Schwede fünfmal für das Nationalteam nominiert – und musste jedes Mal absagen. Erst waren es Verletzungen, dann die Geburt seines zweiten Kindes, bis er im März diesen Jahres erstmals mitreisen konnte – und prompt mit einer Wadenverletzung abreisen musste.
Frankreich lässt Schweden keine Chance
Im sechsten Anlauf klappte es dann endlich. Im Juni feierte der 29-Jährige sein Debüt, spielte in den Freundschaftsspielen gegen Norwegen (1:3) und Griechenland (1:1) insgesamt 71 Minuten. Mit einer gewissen – und durchaus begründeten – Hoffnung auf Spielzeit reiste Smith dann auch mit zur WM in den USA, Mexiko und Kanada. Dort erwischten die Schweden mit der Niederlande und Japan eine durchaus anspruchsvolle Gruppe.
Mit einem 5:1-Auftaktsieg über Tunesien starteten die Schweden furios ins Turnier, jedoch ohne Smith, der seinen Platz auf der Bank nicht verlassen durfte. Zu groß scheint die Konkurrenz in der Dreierkette gewesen zu sein, in der Smith im Juni noch eingesetzt worden war. Kapitän Victor Lindelöf (Aston Villa), Isak Hien (Atalanta Bergamo) und Gustav Lagerbielke (Sporting Braga) erhielten den Vorzug in der Defensive. Nach Hiens Verletzung zog Nationaltrainer Graham Potter anstelle von Smith den gelernten Linksverteidiger Gabriel Gudmundsson (Leeds United) in die Dreierkette.
Ein 1:5 gegen die Niederlande sowie ein 1:1 gegen Japan reichten für die Platzierung als zweitbester Gruppendritter und somit für den Einzug ins Sechzehntelfinale, wo das übermächtige Frankreich wartete. In Form von Topstars wie Kylian Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembélé ließen die Franzosen Schweden, die wieder ohne Smith antraten, keine Chance. 0:3 (0:1) hieß es am Ende aus Sicht der Schweden.
Smith ohne Einsatz – aber bald wieder bei St. Pauli?
Smith dürfte mit gemischten Gefühlen auf das Turnier blicken. Klar, er durfte bei einer WM dabei sein, all die Stimmung aufsaugen, all die Erfahrungen sammeln. Dennoch kann er in seinem Lebenslauf keinen Einsatz bei einer WM unterbringen. Und das als einer von nur drei Feldspielern des schwedischen Kaders.
Gut für St. Pauli, könnte man meinen. Schließlich wird es ohnehin schon als Herausforderung angesehen, den Leistungsträger der letzten Saisons in den eigenen Reihen zu halten. Da hätten Spiele auf der größtmöglichen internationalen Bühne wohl kaum geholfen.
Ich gehe erstmal davon aus, dass er hier aufschlägt
Neu-Coach Marcel Rapp zeigte von Abschiedsgedanken in Bezug auf Smith derweil bislang keine Anzeichen. Zu Beginn seiner Amtszeit sprach er noch davon, dass Smith seines Wissens nach einen laufenden Vertrag habe und er entsprechend nicht wüsste, warum er ihn nicht bald auf dem Trainingsgelände begrüßen könnte. „Ich gehe erstmal davon aus, dass er hier aufschlägt“, sagte Rapp beim Trainingsauftakt über den Schweden.
Nach dem ersten Testspiel-Erfolg gegen Altona 93 (6:2) dürfte Rapp also auf einen baldigen „Neuling“ im Training hoffen, den er bislang nur übers Telefon sprechen konnte. Dass der Schwede überhaupt zurückkommt, ist derweil keine gesicherte Erkenntnis. Sollte Smith überhaupt nach Hamburg zurückkommen, ist ohnehin erstmal davon auszugehen, dass Smith zunächst noch einige Tage Urlaub vor seiner vermeintlichen Rückkehr bekommt. Zeit, die er zur Regeneration nutzen kann, aber auch zur Absprache mit anderen Vereinen.
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