FC St. Pauli

„Coole Veranstaltung“: St. Pauli siegt vor 5000 Fans bei Altona 93 – Sorgen um Profi

Colin Haupt und Taichi Hara im Zweikampf beim Testspiel Altona 93 gegen FC St. Pauli in Hamburg.
Altonas Colin Haupt und St. Paulis Taichi Hara im Zweikampf

Pünktlich zum ersten Testspiel des FC St. Pauli kam der große Niederschlag, dann regnete es Tore. Bei einem sehr vitalen Oberligisten Altona 93 feierte Neu-Coach Marcel Rapp zum Einstand einen 6:2-Erfolg. 

Eine Stunde vorm Anpfiff zog sich der Himmel über Altona zu, es begann zu grummeln, zu donnern, dann wurde es mächtig feucht. Störte aber niemanden. Nicht die Fans, 5007 waren es genau, die an der altehrwürdigen Adolf-Jäger-Kampfbahn zugegen waren. Und nicht die Mannschaften des AFC und des FC St. Pauli, der nach sehr munteren 90 Minuten einen 6:2 (3:2)-Erfolg feierte.

„Das Spiel war schon etwas besonders“, staunte Marcel Rapp nach seinem Einstand bei Braun-Weiß. „Mir war gar nicht bewusst, dass hier so viele Zuschauer kommen. Das war eine coole Veranstaltung“, befand der 47-Jährige nach Abpfiff und hatte - wie üblich bei so ersten Tests - Gutes wie Optimierungswürdiges ausgemacht bei seiner neuen Mannschaft.

Starkregen, Verkehrschaos und lange Schlangen an den Eingängen

Weil es goss wie aus Kübeln und vergleichsweise große Menschenmassen gen Griegstraße gepilgert waren, gab es vor den Toren des Stadions Verkehrchaos und lange Schlangen an den beiden Eingängen. Erst Mitte der ersten Hälfte hatten alle, die ein Ticket erworben hatten, ihren Weg durch die Matschepampe auf die Steh- oder Sitzplätze gefunden. Und bis dahin war schon einiges passiert.

Arkadiusz Pyrka beim Kopfball im Testspiel bei Altona 93
Arkadiusz Pyrka (l.) gelang ein Tor beim 6:2-Sieg des FC St. Pauli in Altona.

St. Pauli legt zwei Treffer vor, doch Altona schafft den Ausgleich

Ein abgefälschter Schuss des agilen Scott Banks sorgte für die Gäste-Führung (21.), fünf Minuten später lenkte Altonas Maximilian Addai eine scharfe Flanke des Schotten zum zweiten St. Pauli-Treffer in die eigenen Maschen. Doch der AFC, bis dahin schon sehr mutig und mit wirklich ansehnlichem Fußball unterwegs, ließ sich nicht entmutigen und kam in Person von Luis Jahraus, der vor wenigen Monaten noch für die U23 des Kiezklubs gespielt hatte, zurück. Er nutzte einen kapitalen Bock von Lars Ritzka (28.), und nach 32 Minuten stand es gar 2:2. Der auffällige Michael Kobert durfte nach einem Eckball ziemlich ungestört einköpfen.

Dass der Favorit dennoch mit einer Führung in die Kabine ging, lag an einer starken Einzelaktion von Arkadiusz Pyrka, der überlegt aus 18 Metern ins lange Eck traf (41.). Und auch das nächste sehenswerte Tor ging aufs Konto der Gäste. Fast komplett hatte Rapp sein Personal getauscht, als Joel Chima Fujita drei Minuten nach Wiederbeginn mit einem Traumpass Taichi Hara in Szene setzte, der mit dem ersten Kontakt den Ball an Torhüter Dennis Lohmann vorbei legte und cool vollstreckte.

Taichi Hara schnürt den Doppelpack für den FC St. Pauli

In der Schlussphase machten Martijn Kaars (77.) und abermals Hara (89.) das halbe Dutzend voll. Altona blieb trotz einiger teils wirklich sehenswert herausgespielten Chancen im zweiten Durchgang ohne weiteren Treffer. „Das sind natürlich Dinge, die nicht passieren sollten“, sagte Rapp zu den Situationen bei den Gegentoren. „Aber Fehler zu machen, ist menschlich.“

St. Pauli beklagt bereits den ersten verletzten Profi

Was das Personal betraf, so hatte Rapp auf ein Trio verzichtet. Zum einen auf Manolis Saliakas, der erst tags zuvor ins Mannschaftstraining eingestiegen war, zum anderen auf den leicht angeschlagenen Tomoya Ando. Und dann fehlte noch ein dritter Profi, und dem droht bereits die erste Zwangspause. „Er hat etwas am Sprunggelenk“, erklärte Rapp in Bezug auf Jannik Robatsch. „Da muss man schauen, wie lange er ausfällt.“

FC St. Pauli 1. Halbzeit: Spari - Westphal, Nemeth, Ritzka - Pyrka, Banks, Rasmussen, Klein, Ahlstrand - Ceesay (31. Sabah), Jones

FC St. Pauli 2. Halbzeit: Spari - Dzwigala, Mathisen, Westphal - St. John, Schmidt, Fujita, Schmitz, Oppie - Hara, Kaars


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