FC St. Pauli
Coach Marcel Rapp ist St. Pauli zu leise – was er damit meint
Der gröbste Teil der Vorbereitung liegt hinter dem FC St. Pauli. In den noch anstehenden zehn Tagen bis zum Saisonstart hat Coach Marcel Rapp aber noch einige kleinere Baustellen zu beackern.
Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Sommer-Vorbereitung das Schlimmste für einen Fußballer. Medizinbälle wurden ohne Sinn und Verstand von A nach B und wieder zurück transportiert, bis die Oberschenkel zu platzen drohten. „Je kaputter man war“, erinnerte sich St. Paulis Trainer Marcel Rapp, „desto besser wurde das Trainingslager bewertet.“ Die Zeiten sind vorbei, die physischen Voraussetzungen auf anderem Weg geschaffen. Aber am Ziel ist man auch beim Kiezklub noch nicht zehn Tage vor Saisonstart.
„Jetzt geht es immer mehr um Detailarbeit“, blickte der 47-jährige Rapp auf die nahe Zukunft voraus. „Ich glaube, das Große und Ganze steht. Da wissen wir Bescheid, wie es laufen soll.“ Also kann man sich jetzt in aller Ruhe um die Feinheiten kümmern, die verbesserungswürdig sind. Und davon hat man bei Braun-Weiß noch ein paar.
Gegen den Ball muss sich St. Pauli noch steigern
Zum Beispiel in der Arbeit gegen den Ball, wie Routinier Branimir Hrgota nach dem 1:4 im Testspiel gegen Bournemouth zurecht angemerkt hatte. In keinem der Vorbereitungsspiele stand die Null, gegen die Engländer hatte St. Pauli nach starker Anfangsphase einen bunten Mix aus individuellen Fehlern und Problemen bei der Raumbesetzung und der Zuteilung offenbart, was dann auch zu den Gegentreffern geführt hatte.
„In jedem Spiel hatte es für die Jungs neue Aufgaben gegeben“, erklärte Rapp. Da müsse man jetzt nochmal tiefer in die Analyse gehen und den Akteuren sagen, was gut war, was noch angepasst werden müsse. „Die Arbeit geht einem nicht aus.“ Was allerdings nichts anderes ist als normal als neuer Coach vor Ort mit einem schon maßgeblich veränderten Kader und mit neuen Hierarchiestrukturen.
St. Paulis Coach Marcel Rapp ist es zu leise auf dem Platz
Was letzteres betrifft, hat Rapp allerdings auch noch etwas Essenzielles auf der Kritikpunktliste. „Es ist schon zu bemängeln, dass wir lauter werden müssen“, hatte er nach dem Trainingslager in Flachau gesagt. „Und zwar nicht nur, wenn es gut läuft.“ Zwar hatte es schlüssige Erklärungen gegeben, warum der Premier-League-Klub aus Bournemouth eine Nummer zu groß gewesen ist. Aber etwas mehr aktive Gegenwehr, etwas mehr Unterstützung füreinander hätte es dann doch sein dürfen.
Grund zur Panik ist das freilich mitnichten. „Das sind so Dinge, die müssen so peu à peu besser werden“, winkte Rapp entspannt ab. Grundsätzlich sei er mit der bisherigen Entwicklung unter seinen Fittichen „sehr zufrieden“.
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