Co-Trainer-Frage: Wen holt Rapp auf die St. Pauli-Bank – und was passiert mit Nemeth?

St. Paulis Torwarttrainer Sven van der Jeugt, Co-Trainer Peter Nemeth und der mittlerweile freigestellte Cheftrainer Alexander Blessin unterhalten sich
Wer bleibt und wer muss noch gehen? St. Paulis Ex-Trainer Alexander Blessin (r.) mit Co-Trainer Peter Nemeth (Mitte) undTorwarttrainer Sven van der Jeugt.

Mit Spannung wird der erste Auftritt des neuen St. Pauli-Trainers erwartet. Am Montag steigt am Millerntor die Präsentation von Marcel Rapp. Der Nachfolger des freigestellten Alexander Blessin wird erstmals nach seiner Verpflichtung Rede und Antwort stehen und über seine Vorstellungen und Ziele sprechen. Der Chefposten ist neu besetzt – aber wie wird künftig das Trainerteam der Kiezkicker aussehen? Gibt es nach dem Abstieg auch auf der Bank einen größeren Umbruch?

Es sind manchmal Details, die auf den ersten und sogar auf den zweiten Blick nicht auffallen. Eines ist bei der am vergangenen Donnerstag verkündeten Trennung von Blessin nicht erfolgt: im Zuge der Freistellung des Cheftrainers ist kein weiteres Mitglied des Trainerteams namentlich von seinen Aufgaben entbunden worden, wie es bei Trainerentlassungen oftmals der Fall ist.

St. Pauli: Bleibt Peter Nemeth weiter Co-Trainer?

Das mag auch daran liegen, dass Co-Trainer Peter Nemeth nicht im Tandem mit Blessin gekommen und dessen persönlicher Assistent war, sondern schon seit 2022 für St. Pauli arbeitet und zwei Spielzeiten lang Blessins Vorgänger Fabian Hürzeler zur Seite gestanden hatte.

Es spricht einiges dafür, dass Nemeth an Bord bleibt. Der in der Mannschaft und Verein angesehene und auch beliebte 53-jährige Ex-Profi könnte dann die Konstante im Trainerteam bleiben und dem ehemaligen Kieler Coach Rapp den Einstieg erleichtern. Hürzeler, der mittlerweile den Premier-League-Klub Brighton trainiert, hatte zu St. Pauli-Zeiten vom fleißigen und loyalen Nemeth als „Sechser im Lotto“ geschwärmt.

Torwarttrainer Sven van der Jeugt kam als Blessin-Spezi

Bei Torwarttrainer Sven van der Jeugt sieht das anders aus. Blessin hatte den Belgier von seinem vorherigen Klub Royale Union Saint-Gilloise zum Kiezklub mitgebracht. „Zentral ist, das Torwart-Spiel inhaltlich auf die Idee des Cheftrainers abzustimmen“, hatte Sportchef Andreas Bornemann im Zuge der Verpflichtung van der Jeugts im Sommer 2024 betont. Unter Rapp wird St. Pauli anders spielen. Gut möglich, dass der neue Coach auch andere und vor allem eigene Vorstellungen bei der Position des Torwarttrainers hat.

Es erscheint logisch, dass Rapp einen Co-Trainer mitbringen möchte als Vertrauensperson seiner Wahl. Bei Holstein Kiel bestand sein Trainerteam aus Dirk Bremser und Alexander Hahn. Letztgenannter wurde im Zuge von Rapps Freistellung im Februar 2026 ebenfalls vor die Tür gesetzt und hat seitdem keinen neuen Job angetreten, während Bremser weiterhin für Holstein tätig ist.

Marcel Rapp könnte Alexander Hahn zu St. Pauli holen

Der gebürtige Duisburger Hahn, der bei den „Störchen“ vier Jahre mit Rapp zusammengearbeitet hat, blickt sogar auf eine Hamburger Vergangenheit zurück. Vor seinen Stationen in Kiel (2022 bis 2026) und bei Greuther Fürth (Co-Trainer von Stefan Leitl in der Saison 2021/22) war der 37-Jährige sechs Jahre lang in verschiedenen Funktionen bei den Profis des HSV (Videoanalyst) und im Nachwuchs der Rothosen (Co-Trainer, Analytiker) tätig und kickte nebenbei für den SC Sternschanze in der Landesliga.

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Erst im Januar hat Hahn erfolgreich seine DFB Pro-Lizenz erworben, die höchste Trainerlizenz im deutschen Fußball. Jahrgangs-Kollegen waren unter anderem Trainer-Shootingstar Vincent Wagner (SV Elversberg), Ralf Kettemann (SC Paderborn) und der ehemalige Augsburg-Coach Sandro Wagner. Hahns bisheriger Schwerpunkt war Spielanalyse. Dafür ist bei St. Pauli seit vergangenem Herbst Niklas Lanwehr zuständig.