Jackson Irvine und Hauke Wahl nach dem Schlusspfiff gegen Frankfurt

Mund abputzen, weiter geht's: Jackson Irvine und Hauke Wahl nach dem Abpfiff gegen Frankfurt Foto: imago/Philipp Szyza

Doppeltes Pfostenpech! St. Pauli setzt starke Heimserie fort – und rutscht ab

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Das halbe Dutzend ist voll: Auch im sechsten Heimspiel in Folge ging der FC St. Pauli nicht als Verlierer vom Platz, die Kiezkicker verdienten sich dank einer enorm disziplinierten Teamleistung am mit 29.546 Menschen ausverkauften Millerntor ein torloses Remis gegen Eintracht Frankfurt und hatten dabei sogar ein bisschen Pech, dass es kein Dreier wurde. Der hätte die Hamburger auf Tabellenplatz zwölf bugsiert, so rutschte man durch den Bremer 4:1-Sieg in Berlin zurück auf den Relegationsplatz.

Hat man also eher zwei Zähler verschenkt denn einen gewonnen? „Ja, das kann man so sehen, wenn man wie wir keine großen Chancen für den Gegner zugelassen hat und selbst zwei Mal am Pfosten gescheitert ist“, befand St. Pauli-Abwehrchef Eric Smith, der unter der Woche zum zweiten Mal Vater geworden war und deswegen nicht besonders motiviert, sondern „besonders müde“ gewesen sei, wie der Schwede scherzte. „Aber es ist ein schönes Gefühl, gleich zu ihnen nach Hause fahren zu können. Irgendwann werde ich auch wieder mehr Schlaf bekommen“. Mit dem Remis konnte Smith unterm Strich durchaus leben, zumal zum zweiten Mal in Folge die Null gestanden hat.

Zwei Pfostenschüsse für den FC St. Pauli

Die von ihm angesprochenen Pfostenschüsse ereigneten sich beide in einem ersten Durchgang, in dem St. Pauli nach kurzen anfänglichen Problemen immer stabiler wurde, den Gästen den Ball überließ, aber keinen einzigen Torabschluss! Auf der Gegenseite sorgten Nadelstiche immer wieder für Gefahr für die Hessen, zum Beispiel beim knackigen Schuss von Mathias Pereira Lage aus wenigen Metern, der an den linken Pfosten krachte (24.). Sieben Minuten später versuchte es Danel Sinani aus rund 20 Metern und traf die rechte Torbegrenzung.

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„Ich denke schon, dass wir mit den letzten Spielen, die wir gemacht haben, mit diesen zwei Siegen in Folge, dass wir mit Selbstbewusstsein in die Spiele gehen können“, urteilte der Luxemburger nach der Partie. „Wir wissen, dass wir fußballerische Qualitäten haben. Und wir geben einfach nur Gas.“ Mit dem einen Punkt könne man diesmal durchaus zufrieden sein, „wenn man das ganze Spiel sieht“. Denn zu eben diesem gehört halt auch eine zweite Hälfte, und da kam zumindest offensiv nicht mehr viel von den Hausherren.

Nach der Pause fehlen dem Kiezklub Kraft und Energie

„Wir sind gegen den Ball wirklich viel gelaufen und haben dann nicht mehr die Energie gehabt für gute Lösungen mit dem Ball“, urteilte Eric Smith über den zweiten Durchgang. Da musste St. Pauli auch gleich mal eine gefährliche Situation überstehen, als Jean-Matteo Bahoya auf links durchgebrochen war und Nikola Vasilj zu einer ersten Parade zwang (46.). „Frankfurt hat uns auch eingeschnürt. Und dann haben wir es nicht mehr geschafft, die Momente zu finden, wo wir auch mal einen Ball halten, wo wir mal ein paar Stafetten haben, um auch einfach mal mit Ball Ruhe reinzubekommen und dann höher zu pressen“, befand Hauke Wahl. „Und dann ist klar, dass natürlich irgendwann auch die Kraft fehlt, weil man viel mehr rennt.“

Tomoya Ando (hier gegen Nathaniel Brown) stand kurz vor der Gelb-Roten Karten. WITTERS
Tomoya Ando (hier gegen Nathaniel Brown) stand kurz vor der Gelb-Roten Karten.
Tomoya Ando (hier gegen Nathaniel Brown) stand kurz vor der Gelb-Roten Karten.

Aber nicht umsonst. „Den Punkt nehmen wir mit und der hilft uns auch“, urteilte Alexander Blessin, der schon seit Monaten predigt, dass es bis zum letzten Spieltag unglaublich eng bleiben wird da unten im Tabellenkeller. „In Köln hat zum Beispiel vor ein paar Wochen auch keiner damit gerechnet, dass sie da noch einmal reinrutschen“, sagte Blessin, der auch schon mehrmals herausgestellt hat, wie wichtig Heimstärke in einer solch bedrohlichen Situation werden kann. Und die kommt aktuell nicht von ungefähr.

St. Paulis Heimstärke wird immer mehr zum Faktor

„Das sind die Lehren, die wir aus der Hinrunde gezogen haben“, erläuterte Hauke Wahl. „Wenn wir zu Hause spielen, dann müssen wir auch ein bisschen höher angreifen, die Zweikämpfe gewinnen, um einfach die Fans mitzunehmen. Wenn das Stadion angezündet ist, und das muss vom Platz kommen, dann ist es hier eklig zu spielen für jede Mannschaft.“ Genau so, untermauerte Blessin auch nicht zum ersten Mal, müsse es weitergehen. „Jeder weiß, was er zu tun hat, und dann ist eine Menge Energie auf dem Platz, die wir auch brauchen.“ Aber er bleibe auf der Euphoriebremse, „denn es gibt noch neun weitere Endspiele“.

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