FC St. Pauli

Braun-weiße Schaltzentrale: Kommt Metcalfe nach Seuchen-Saison zu seinem WM-Debüt?

Jorge Sanchez und Connor Metcalfe kämpfen beim MexTour Sendoff Match im Rose Bowl um den Ball.
Überzeugender Test: Connor Metcalfe lässt sich durch den Mexikaner Jorge Sanchez nicht vom Flanken abhalten.

Australien startet gegen die Türkei in die WM. St. Paulis Connor Metcalfe hofft auf einen Mittelfeld-Platz neben seinem Vereinskollegen Jackson Irvine.

Es ist ein Spiel für Nachteulen oder Frühaufsteher: Um 6 Uhr deutscher Zeit trifft Australien am Sonntag auf die Türkei (MagentaTV live). St. Paulis Mittelfeldspieler Connor Metcalfe darf sich berechtigte Hoffnungen auf sein WM-Debüt für die „Socceroos“ machen.

Das war zu Beginn des Jahres alles andere als absehbar: Der 26-Jährige schlug sich mit Knieproblemen herum und kam erst Ende Februar bei St. Paulis Überraschungssieg gegen Hoffenheim zu seinem ersten Kurzeinsatz 2026.

WM-Auftakt: Australien mit Irvine und Metcalfe gegen die Türkei?

Zwar bestritt Metcalfe in der abgelaufenen Saison insgesamt 25 Bundesliga-Spiele, stand dabei aber nur 576 Minuten auf dem Platz. Nur in drei Partien war er mehr als eine Halbzeit dabei, diese drei (in Freiburg und Leipzig, zu Hause gegen Wolfsburg) gingen zudem alle verloren.

Eine Seuchen-Saison, anderen Ende der Abstieg mit St. Pauli und wenig Spielpraxis standen. „Es hat sich früh abgezeichnet, dass wir nicht so gut waren“, blickte Metcalfe zurück: „Ein oder zwei Siege hätten alles verändern können, aber es ist nicht in unserem Sinne gelaufen.“


Australiens Nationaltrainer Tony Popovic entschied sich dennoch, Metcalfe einen der 26 Kaderplätze zu überlassen - und dieser nutzte seine Chance mit überzeugenden Testspiel-Auftritten gegen Mexiko und die Schweiz. So könnte er neben seinem gesetzten St. Pauli-Kollegen Jackson Irvine als zweiter Braun-Weißer zum australischen WM-Start in Vancouver auflaufen und über links Druck auf die türkische Abwehr ausüben, während Irvine die Schaltzentrale im defensiven Mittelfeld verkörpert.

1990 standen zuletzt zwei St. Paulianer in einer WM-Elf

„Das würde mir verdammt viel (a hell of a lot) bedeuten“, erklärte Metcalfe während der WM-Vorbereitung: „Meine ganze Familie wäre unheimlich stolz.“ Und St. Pauli hätte zum ersten Mal seit dem 1. Juli 1990 (und zum zweiten Mal überhaupt) zwei Spieler in einer WM-Mannschaft auf dem Platz. Damals unterlag die Tschechoslowakei mit Jan Kocian und Ivo Knoflicek dem späteren Weltmeister Deutschland im Viertelfinale mit 0:1.

Ein WM-Spiel würde mir verdammt viel bedeuten. Meine ganze Familie wäre unheimlich stolz.

Connor Metcalfe


Metcalfe gehört zu den 17 möglichen WM-Debütanten im australischen Kader. Was im Umkehrschluss heißt, dass immerhin neun Spieler - darunter Irvine 2022 - bereits auf der höchsten Bühne aufgetreten sind. Ein Faktor, der gegen die leicht favorisierte Türkei den Ausschlag geben kann.

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„Wir haben eine Menge WM-Erfahrung im Team, bei der Türkei ist es für alle das erste Mal“, sagt der türkischstämmige australische Verteidiger Aziz Behich. Für den 35-Jährigen ist es bereits die dritte Endrunde.

Für Metcalfe ist es die erste - und er könnte dort gleich im Mittelpunkt stehen.  




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