FC St. Pauli
Boss Göttlich teilt heftig gegen Trumps USA aus: „Teilweise faschistische Regierung!“
Kiezklub-Boss Oke Göttlich ist anlässlich der WM derzeit in den USA. Vor Ort fand er abermals klare Worte für den US-Präsidenten und jenen der FIFA.
Um klare Worte ist er selten verlegen. Vor allem dann, wenn ihm aus politischer Warte etwas gegen den Strich geht, macht Oke Göttlich aus seinem Herzen keine Mördergrube. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Präsident des FC St. Pauli seine Sicht auf die WM, die USA, Donald Trump und die FIFA abermals unmissverständlich zum Ausdruck gebracht hat.
Zurzeit hält sich der 50-Jährige in den Vereinigten Staaten auf, weil er zu Beginn der Endrunde der Weltmeisterschaft vor Ort mit Aktivist:innen den Austausch sucht. In seiner Funktion als DFB-Vize wohnt er auch offiziellen Veranstaltungen bei und stand in diesem Rahmen der „Frankfurter Rundschau“ für ein Gespräch zur Verfügung. In diesem hielt er sich nicht mit deutlichen Vokabeln zurück.
St. Pauli-Präsident Oke Göttlich kritisiert USA und Trump deutlich
„In den USA zählt der Slogan unserer WM 2006 nicht: Die Welt zu Gast bei Freunden. Hier sind nicht alle Freunde – und denen macht man das leider auch sehr deutlich", sagte der Boss des FC St. Pauli und ergänzte: „Der Grundsatz wird konterkariert, dass Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen miteinander und gegeneinander Fußball spielen - durch die Politik!“
Göttlich hatte zu Beginn des Jahres für Schlagzeilen gesorgt. Der Vizepräsident der DFL hatte im MOPO-Interview ins Gespräch gebracht, über einen WM-Boykott nachzudenken. Vom DFB forderte der Klubchef des Bundesliga-Absteigers FC St. Pauli eine klare Positionierung vor dem WM-Start. Göttlich verteidigte diesen Ansatz mit Blick auf das Turnier nicht nur, er wurde sogar noch deutlicher.
St. Paulis Oke Göttlich: „Teilweise faschistische Regierung“ in den USA
„Sollte es in einem Land stattfinden, wo eine autokratische, teilweise faschistische Regierung mit einem faschistischen Migrationsinstrumentarium namens ICE agiert? Ich finde, das muss man ansprechen“, sagte Göttlich. „Wir erleben, dass bestimmte Personen hier in Amerika teilweise viel mehr Polizeichecks haben oder ihre Ausweise zeigen müssen. Das sind Themen, die wir in Deutschland auch schon mal hatten – daher sollten wir das als deutsche Delegation auch thematisieren.“
Das sind Themen, die wir in Deutschland auch schon mal hatten – daher sollten wir das als deutsche Delegation auch thematisieren.
Der Kiezklub-Chef sieht seine Äußerungen nicht als Kritik an der öffentlichen Zurückhaltung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf: „Ein Verband wird aushalten, dass Oke Göttlich seine Meinung hat – und dass sich Bernd Neuendorf auf der sportpolitischen Bühne anders verhalten muss. Deshalb liegen wir aber nicht überkreuz.“
An FIFA-Boss Infantino lässt Oke Göttlich kein gutes Haar
Die FIFA und dessen umstrittenen Präsidenten Gianni Infantino kritisierte Göttlich dagegen heftig. „Wir müssen überlegen, ob eine Fußball-Weltmeisterschaft wirklich nur dazu dient, sie für den Kommerz auszuquetschen wie eine Zitrone“, äußerte der 50-Jährige: „Und wenn ja: Lassen wir Gianni Infantino in dem Glauben, dass er der weiße Ritter des Weltfußballs ist, um Geld von den Reichen zu nehmen und den Armen zu geben? Oder würden wir uns von jemandem lieber wünschen, dass er besser diejenigen unterstützt, die sich für Humanität einsetzen.“
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