„Belebendes Element“ im Endspurt: Was St. Pauli jetzt neue Hoffnung macht
Wenn das Wasser Oberkante Unterlippe steht, kann die Miene der Betroffenen schon mal ziemlich verzweifelt ausfallen. Ist man aber mitverantwortlich fürs Schicksal anderer, sollte man bis zum letzten Moment versucht sein, Hoffnung auf Rettung auszustrahlen. Genau so gibt sich dieser Tage Alexander Blessin als Trainer des FC St. Pauli, dem vor dem Gang zu RB Leipzig am 33. Spieltag der Rücksturz in die Zweitklassigkeit droht.
„Wenn alles viel zu schwer wird, dann kann da am Ende keine vernünftige Leistung bei rumkommen“, erklärte der 52-Jährige, der bei der Pressekonferenz absolut nicht den Eindruck vermittelte, in irgendeiner Weise resigniert zu sein. Es würde niemandem irgendwas bringen, erklärte er, „auf dem Trainingsgelände an der Kollaustraße mit dem Blick nach unten rumzulaufen und zu jammern“. Und er müsse als Coach der erste sein, der nach Tiefschlägen wie dem jüngsten 1:2 gegen Mainz wieder aufsteht und vorweg marschiert.
St. Pauli arbeitet im Training an den Zweikämpfen
„Wir haben es immer noch in der eigenen Hand“, sagte Blessin in Bezug auf den Kampf um den Klassenerhalt, entweder direkt oder über den Umweg Relegation. „Von daher ist der Glaube daran weiterhin groß.“ Das auch auf dem Platz so zu vermitteln, hatten die Hamburger zuletzt versäumt, das ist auch Blessin sauer aufgestoßen. Gegen Mainz hatte zur Pause eine Zweikampfquote von gerade einmal 40 Prozent zu Buche gestanden. „Intensität ist ein Thema, das wir aufgreifen müssen, und auch, dass wir in die Zweikämpfe kommen müssen.“
Daran habe man auch die Trainingsinhalte der laufenden Woche orientiert. „Wir haben da ein bisschen was geändert, weil ich ein bisschen mehr Energie reinbekommen wollte. Es wird extrem wichtig sein gegen Leipzig, eine gute Bereitschaft zu haben.“ Und es wird – wie eingangs erwähnt – nicht minder wichtig werden, den Kopf über Wasser zu halten. Da kann einer helfen, der einigermaßen überraschend wieder am Start war in den vergangenen Tagen.
Comeback von Ricky-Jade Jones macht Freude
„Er ist vor seiner Zeit, da freuen wir uns. Und er natürlich auch“, sagte Blessin über Ricky-Jade Jones. Der Stürmer, der nach schlimmer Verletzung beim Pokalspiel in Leverkusen und anschließender OP an der Syndesmose nun wieder mit der Mannschaft trainiert, ist aus einigen Blickwinkeln ein absoluter Gewinn für den FC St. Pauli. „Er ist ein belebendes Element“, frohlockte Blessin und stellte dem Briten einen Kaderplatz für das vermeintliche Endspiel gegen Wolfsburg am letzten Spieltag in Aussicht.
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Sportlich wäre der pfeilschnelle und einsatzfreudige Angreifer ein Plus, zwischenmenschlich aber fast noch mehr. „Wenn er seinen Snake bringt, seinen Torjubel, wenn er seine Scherze macht – das ist einfach extrem wichtig“, unterstrich Blessin. „Wir können uns einigeln und rumheulen, aber dann werden wir es nicht schaffen. Wir brauchen positive Energie, den Glauben an uns. Und da hilft es, in Gesichter zu schauen, die Positivität ausstrahlen. Und Ricky ist ein Typ, der uns dabei hilft.“