„Auto noch auf dem Parkplatz“: Kurioser Abschied von Ex-St. Pauli-Profi Guilavogui
Wünsche sind das eine, Wirklichkeiten das andere. Es ist schon länger klar, dass aus einer Rückkehr nichts wird, und weil die Chancen ohnehin sehr gering waren, hat sich der FC St. Pauli anderweitig nach einem Stürmer umgeschaut. Erfolgreich, wie es scheint. Der Kiezklub hat den Japaner Taichi Hara an der Angel, während auch ein Transfer von Morgan Guilavogui vor dem Abschluss steht – nur eben nicht zu St. Pauli. Sein Trainer beim RC Lens findet überraschende Abschiedsworte zum Ex-Kiezkicker, den viele Fans der Braun-Weißen in guter Erinnerung haben.
Der Wechsel des 27-jährigen Angreifers vom französischen Erstligisten zum US-amerikanischen MLS-Klub Real Salt Lake ist nur noch Formsache – wobei das auch im vergangenen Spätsommer für einen Wechsel nach Southampton galt. Die neue Saison beginnt am 21. Februar. Am ersten Spieltag tritt sein künftiges Team bei den Vancouver Whitecaps an, die Mannschaft von Ex-Bayern-Star Thomas Müller.
Morgan Guilavogui bald gegen Thomas Müller in der MLS
Zum Abschied von Guilavogui hat sich jetzt sein (noch) aktueller Trainer Pierre Sage geäußert. Angesichts der Abwesenheit des Guineers beim Training wählte der Coach des Tabellenzweiten der Ligue 1 durchaus kuriose Worte: „Er ist im Begriff zu gehen. Ich muss zugeben, ich wohne im selben Gebäude wie er. Sein Auto steht noch auf dem Parkplatz, aber ich sehe ihn nicht, also muss er weg sein.“
Nun, mit dem Auto wird Guilavogui jedenfalls nicht über den Atlantik und dann in den Bundesstaat Utah zu seinem künftigen Arbeitgeber gereist sein. Dem Vernehmen nach kostet der dynamische Rechtsfuß zwischen vier und fünf Millionen Euro Ablöse. Das Haupt-Transferfenster der MLS hat in diesem Jahr seit dem 26. Januar geöffnet und schließt am 26. März. Wichtig: In der MLS unterschreiben Spieler ihre Verträge nicht bei den Klubs, sondern bei der Liga.
Lens-Trainer: „Gemischte Gefühle“ wegen Guilavogui-Aus
Gerne lässt Sage seinen Haus-Mitbewohner nicht gehen, der in dieser Saison auf 16 Einsätze kommt, aber nur dreimal in der Startelf stand und ein Tor erzielt hat. Guilavogui war bei Lens der Joker Nummer eins. „Ich habe gemischte Gefühle bezüglich seines Abgangs. Ich bin enttäuscht, weil er oft als Erster eingewechselt wurde, aber ich freue mich für ihn, weil er nun mehr Spielzeit bekommen wird. Und die habe ich ihm nicht gegeben“, räumte Sage offen ein.
Die Wertschätzung scheint groß, denn Sage findet mehr als die üblichen kurzen warmen Worte zum Abschied: „Ich möchte ihm wirklich ein großes Lob aussprechen, denn er hat im Training und in den Spielen immer alles Notwendige getan, um sicherzustellen, dass seine Mitspieler in Bestform waren und die Mannschaft Erfolge erzielen konnte. Deshalb freue ich mich auch für ihn, dass er in einem anderen Projekt mehr Spielzeit bekommt.“
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Guilavogui sei „sehr mannschaftsorientiert“ gewesen, habe sich „stark in die Mannschaftsleistung eingebracht und seine Chance verdient. Heute verlieren wir einen Spieler, aber das gibt anderen die Möglichkeit, seine Spielzeit zu nutzen“. Sage wünschte dem Stürmer „alles Gute für sein neues Projekt“. Den Klub nennt er bewusst nicht, weil der Transfer noch offiziell werden muss.
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