Timo Schultz im Outfit des VfL Osnabrück

Hat mit dem VfL Osnabrück den Aufstieg in die 2. Liga in Sichtweite: Ex-St. Pauli-Coach Timo Schultz Foto: IMAGO/Funke Foto Services

Aufstieg in Sichtweite: St. Pauli „droht“ ein Wiedersehen mit Timo Schultz

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Oha! 0:2 auswärts, jetzt nur 2:2 vor heimischer Kulisse – gehen Timo Schultz und dem VfL Osnabrück im Endspurt um den Aufstieg in die 2. Liga etwa die Körner aus? Mitnichten! Die beiden Resultate rühren aus Testspielen dieser Länderspielwoche, ansonsten läuft es glänzend für den ehemaligen Trainer des FC St. Pauli und seine Lila-Weißen.

Wer nach Höherem strebt, misst seine Kräfte gern schon mal mit vermeintlich Größeren. So geschehen beim VfL Osnabrück in dieser Woche, als die Niedersachsen die Länderspielpause zu zwei Testbegegnungen nutzten. Bei Zweitliga-Topteam Hannover 96 verlor der Spitzenreiter der 3. Liga am Mittwoch mit 0:2, tags darauf gelang an der heimischen Bremer Brücke ein schwer respektables 2:2 gegen Bundesligist Borussia Mönchengladbach. Das Gefühl, nicht als Sieger vom Platz zu gehen, kennt man beim VfL allerdings fast schon nicht mehr.

Ex-St. Paulianer Timo Schultz mit Siegesserie

In den vergangenen sechs Punktspielen gab es die Maximalausbeute von 18 Zählern für die Mannen von Timo Schultz, überhaupt hat die Truppe des langjährigen St. Pauli-Profis und -Trainers im gesamten Kalenderjahr 2026 noch kein einziges Pflichtspiel verloren! Die letzte Niederlage datiert vom 20. Dezember des Vorjahres, als man gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart unterlag. Als Tabellensechster ging Osnabrück in die Winterpause, durchaus in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen um Tabellenführer Energie Cottbus, der mit 36 vier Punkte mehr hatte seinerzeit als der VfL. Inzwischen hat sich die Lage für Schultz und Co. gravierend verbessert: Osnabrück grüßt mit 61 Zählern vom Thron, hat auf Cottbus als Tabellenfünfter ebenso sieben Punkte Vorsprung wie auf den SC Verl, der als Dritter momentan den Relegationsplatz belegt.

Ex-Kiezcoach Timo Schultz: „Wir wollen aufsteigen“

Die Zurückhaltung hat Timo Schultz schon längst aufgegeben, der 48-Jährige hatte bereits Anfang Februar klar zu. verstehen gegeben: „Ich habe gar keine Lust und kein Interesse daran, zu sagen: Ah, wir gucken mal, wenn es am Ende… Nee! Wir wollen aufsteigen“, hatte er nach einem 2:0 gegen den TSV Havelse gesagt. „Wir sind nicht der größte Verein und auch nicht der Verein, der die dickste Kohle an die Spieler bezahlen kann. Aber wir haben einen guten Spirit, eine gute Energie und eine geile Truppe. Wir sind sicherlich nicht für Tiki-Taka bekannt, aber es macht keinen Spaß, gegen uns zu spielen.“

Team von Timo Schultz kassiert kaum Gegentreffer

Weil es unfassbar schwer ist gegen den VfL zu treffen. In 16 der 30 bisher ausgetragenen Begegnungen hat Osnabrück die Null gehalten, insgesamt 26 Gegentreffer bisher sind mit deutlichem Abstand der beste Wert der Liga! „Das ist schon beeindruckend, wie sich alle von vorne bis hinten an die taktischen Grundprinzipien halten, auch noch mal den Extra-Meter machen und sich in die Bälle reinwerfen“, hob Schultz, als Spieler bei St. Pauli Defensiv-Spezialist, hervor. „Dementsprechend belohnen wir uns auch mal in Spielen, wo man chancentechnisch auch ein oder zwei Gegentore verdient hätte. Die könnten passieren, aber sie passieren eben nicht. Weil wir das sind, weil wir Bock darauf haben, zu verteidigen, und geil darauf sind, zu Null zu spielen.“

St. Pauli und Timo Schultz in einer Liga?

Acht Partien stehen noch aus, 24 Zähler werden noch vergeben – und als nächstes hat der VfL das abgeschlagene Schlusslicht aus Schweinfurt zu Gast. Danach warten auf Timo Schultz und seine Jungs allerdings noch einige Schwergewichte der Liga: In den Partien in Duisburg, gegen Cottbus, in Ingolstadt, gegen Verl und in Wiesbaden werden vermutlich entscheidende Weichen gestellt werden auf dem Weg zurück ins Unterhaus, aus dem sich der VfL im selben Jahr verabschiedete wie der FC St. Pauli. Allerdings in separate Richtungen.

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Jetzt könnte es passieren, dass sich die Wege beider Klubs wieder kreuzen im kommenden Jahr. Timo Schultz wird mit dem VfL Osnabrück alles dafür tun, dass die theoretische Möglichkeit besteht – und trotzdem vermutlich heimlich die Daumen drücken, dass es nicht so kommen wird. 17 Jahre hatte „Schulle“ dem Kiezklub die Treue gehalten, als Spieler bis 2012, als Trainer dann schließlich bis 2022. Eine Rückkehr ans Millerntor in fremden Farben wird er kaum für nötig erachten für seine Vita und dementsprechend wohl hoffen, dass diese vorerst nicht zustande kommt und der FC St. Pauli in der Bundesliga bleibt.

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