St. Pauli-Torwart Nikola Vasilj hockt frustriert auf allen Vieren auf dem Rasen

Es war ein bitterer Spieltag für St. Paulis Nummer eins Nikola Vasilj. Foto: imago/Sven Simon

Au Backe! St. Pauli-Torhüter Vasilj und das verrückte Popo-Tor

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Eine 0:4-Packung ist hart und weder die 90 Minuten, noch das Nachspiel oder auch die Heimreise sind vergnügungssteuerpflichtig. Die Niederlage in Leverkusen nagte an allen Spielern des FC St. Pauli, aber für einen Kiezkicker war sie ganz besonders bitter, denn er hatte beim ersten der vier Gegentore im Mittelpunkt gestanden, dabei eine äußerst unglückliche Figur abgegeben und muss jetzt damit rechnen, dass sich die Szene als Fußball-Panne in den Saisonrückblicken wiederfindet. Das Tor passte mit seiner Slapstick-haften Verkettung unglücklicher Umstände perfekt in die närrische Zeit im Rheinland. Das Körperteil mit dem der Ball über die Linie gebracht wurde, war die Pointe – Betonung auf den ersten beiden Buchstaben…

Er versuchte die Sache mit Humor zu nehmen. Sarkasmus ist auch ein Weg. Bereits nach dem ersten Gegentor hatte Nikola Vasilj gelacht, auf so verrückte Art und Weise war der Treffer gefallen, und auch nach dem Spiel musste er grinsen, als er in der Interview-Zone von den Medienvertretern aus Hamburg noch mal auf diesen Moment in der – wie passend für das geballte Unglück – 13. Minute angesprochen wurde.

Beim 0:1 prallt der Ball von Vasiljs Hintern ins St. Pauli-Tor

Mit dem Hintern hatte die Nummer eins des Kiezklubs den Ball entscheidend ins eigene Tor abgelenkt. Zuvor hatte Leverkusens Quansah eine scharfe Flanke wuchtig an die Unterkante der Latte geköpft, von wo aus der Ball zunächst auf den Rasen geprallt war, von dort aus gegen den Allerwertesten von Vasilj und ins Tor hinein zum frühen 0:1. Zwar hatte er sich noch geistesgegenwärtig umgedreht und versucht, den Ball wegzufischen, aber der war bereits hinter der Linie. Au Backe! Mehr Pech geht kaum. Eigentlich fehlte da nur noch ein karnevalstypischer dreifacher Tusch einer Kapelle.

„Ich kann mich nicht erinnern“, sagte der bosnische Nationalkeeper auf die Frage, ob er ein solch kurioses Tor schon einmal kassiert habe. „Ich habe den Ball gespürt, es war eine gute Flanke, ein guter Kopfball. Dann ist es auch ein bisschen unglücklich, dass der von meinem Oberschenkel reingeht.“ Oberschenkel. Es war durchaus nachvollziehbar, dass der 30-Jährige lieber vom allerobersten Ende des hinteren Oberschenkelmuskels sprach als von dem Körperteil, dass das Runde entscheidend ins Eckige abgelenkt hatte. Weniger unangenehm.

Vasilj: „Solche Tage passieren im Fußball“

Positiv – nein, das war kein Wortspiel – war für Vasilj jedenfalls, dass die Bayer-Führung offiziell nicht als Eigentor gewertet wurde, sondern als Kopfballtor von Quansah, was allerdings etwas merkwürdig ist im Vergleich zu anderen Eigentor-Entscheidungen, denn der Ball war von der Torlatte eindeutig vor die Torlinie geprallt und wäre ohne Vasiljs unabsichtliches Zutun nicht von allein hinter der Linie gelandet. Nur gut, dass es nicht das entscheidende Tor des Spiels war.

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„Solche Tage passieren im Fußball“, sagte Vasilj und zuckte mit den Schultern. „Heute war es in vielerlei Hinsicht nicht gut von uns. Wir haben vier Tore kassiert.“ Der schlechte Start habe die Kiezkicker in eine denkbar schwierige Position gebracht. „Leverkusen hat die ersten beiden Tore innerhalb von ein, zwei Minuten gemacht. Dann sind wir langsam zurück ins Spiel gekommen Ende der ersten Halbzeit. Da sah es so aus, als hätten wir eine Chance. Dann kassieren wir wieder ein frühes Tor in der zweiten Halbzeit. Dann ist es einfach schwierig, zurückzukommen. Es ist hart. Was soll man machen?“ Manchmal einfach nur lachen.

St. Pauli-Keeper: „Alles tun, um gegen Werder zu gewinnen“

Ernst, sehr ernst sogar, ist weiterhin die sportliche Situation der Kiezkicker, die mit weiterhin 17 Punkten Vorletzter sind und am kommenden Spieltag den Drittletzten Bremen empfangen. „Für uns geht es jetzt darum, die Dinge nächste Woche besser zu machen“, betont Vasilj. „Es ist ein wichtiges Spiel für uns gegen Werder und wir werden alles dafür tun, dieses Spiel zu gewinnen.“ Dann will er sich wieder von seiner besten Seite zeigen.

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