Wes Bordine aus Minnesota mit dem Peace Prize des FC St. Pauli

Wes Bordine, Bar-Betreiber aus Minnesota, ist erste Gewinner des „Peace Prize“ des FC St. Pauli. Foto: FC St. Pauli

Antwort an FIFA und Trump: St. Pauli verleiht in den USA eigenen „Peace Prize“

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Es war im Rahmen der WM-Gruppenauslosung ein noch tieferer Tiefpunkt der Verbandsgeschichte. Wüsste man nicht Gianni Infantino am FIFA-Ruder, würde man sagen, dass es noch niveauloser als bei der „Peace Prize“-Verleihung an ausgerechnet Donald Trump nicht mehr geht. Als Antwort darauf hat nun auch der FC St. Pauli einen „Peace Prize“ ausgerufen und erstmals vergeben.

„Mit der Auszeichnung würdigt der Verein Menschen und Initiativen in den USA, die sich aktiv für Solidarität, Teilhabe und ein respektvolles Miteinander einsetzen“, teilte der FC St. Pauli mit. Gerade mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in den USA, „in denen autoritäre Tendenzen und gezielte Einschränkungen von Rechten und Freiheiten zu beobachten sind“, wolle man diejenigen unterstützen, die sich vor Ort für eine offene Gesellschaft engagieren. „Der Peace Prize richtet den Fokus deshalb gezielt auf lokale Akteur*innen, die konkrete Hilfe leisten, Gemeinschaft stärken und sich gegen Ausgrenzung stellen.“

St. Pauli ruft eigenen „Peace Prize“ ins Leben

Erster Preisträger ist Wes Burdine, Betreiber der „Black Hart of St. Paul“ in Minnesota. Seine Bar sei weit mehr als ein Treffpunkt für Fußballfans. „Sie ist ein inklusiver Raum für die queere Community und ein Ort gelebter Solidarität. In den vergangenen Monaten hat Burdine mit seinem Netzwerk unter anderem Unterstützung für Menschen organisiert, die von gezielten Einwanderungsmaßnahmen betroffen waren“, erläuterte der FC St. Pauli.

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Mit der Auszeichnung verbunden sei auch eine Spende an die von ihm ausgewählte Initiative „Hamline Midway Diaper, Formula, Hygiene & Medical Supply Hub Fund“. Die Organisation stellt dringend benötigte Güter für Menschen in schwierigen Lebenslagen bereit und hat bereits hunderttausende Produkte verteilt.

Bar-Betreiber aus Minnesota gewinnt St. Pauli-Preis

„Diese Auszeichnung bedeutet mir und diesem Ort sehr viel“, wird Preisträger Wes Burdine zitiert. „Unsere Aufgabe ist es, Gemeinschaft zu schaffen und Menschen zusammenzubringen. Die Black Hart gibt es, weil wir einen queeren Fußballraum schaffen wollten. Einen Ort, an dem Menschen aus unterschiedlichsten Lebensrealitäten zusammenkommen, miteinander feiern und sich als Gemeinschaft erleben.“

In den vergangenen Monaten habe man erlebt, wie die Nachbarschaften unter Druck geraten seien. „Viele unserer migrantischen Nachbar*innen hatten Angst, ihre Häuser zu verlassen“, sagte Burdine. „Wir glauben, dass Fußball ein Weg ist, Emotionen zu teilen und daraus Verantwortung für unsere Communities abzuleiten.“ Zugleich verweist er auf die besondere Rolle des FC St. Pauli. „Es ist ein anderer Klub. Ein Klub, der für eine andere Form von Fußball steht. Eine, an der sich Fans weltweit orientieren können. Was wir an St. Pauli schätzen, ist diese Klarheit: Haltung zeigen, ohne sich zu verlieren – und sich bewusst für die Menschen einsetzen, die Unterstützung brauchen.“ In den kommenden Wochen und Monaten wird der FC St. Pauli weitere Persönlichkeiten und Organisationen in den USA vorstellen. Solche, die sich täglich für soziale Gerechtigkeit, Respekt und Zusammenhalt einsetzen.

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