St. Pauli-Fans am Millerntor

29.546 Fans passen ins Millerntor-Stadion des FC St. Pauli – und deutlich mehr wollen rein. Foto: WITTERS

Alle Spiele ausverkauft? So kommen Sie an St. Pauli-Tickets fürs Millerntor

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St. Pauli-Tickets für ein Heimspiel im Millerntor-Stadion sind ein heißes Gut. Auch in der Saison 2025/26 war der Heimbereich wieder bei allen 17 Bundesliga-Spielen restlos ausverkauft – bei fast jeder Partie sind alle möglichen 29.546 Zuschauer auf der Tribüne. Es scheint, als hätte man als „normaler“ Fan kaum mehr eine Chance, an Karten für ein Spiel der Kiezkicker zu kommen. Doch es gibt Ausnahmen. Und immer wieder vereinzelte Ticket-Angebote. Die MOPO sagt Ihnen, wie Sie am besten an eine Eintrittskarte für ein St. Pauli-Spiel kommen.

Schon seit Jahren kommt man fast nicht mehr rein ins Millerntor. Mit 29.546 Plätzen zählt das Stadion des FC St. Pauli zu den eher kleineren Spielstätten in der Bundesliga – und das trotz des riesigen Interesses am Verein. Auch in der Saison 2025/26 waren die Heimspiele des Kiezklubs wieder fast ausnahmslos ausverkauft, lediglich eine Handvoll Gästekarten blieben bei den Spielen gegen Leipzig (1:1) und Hoffenheim (0:3) von den gegnerischen Vereinen ungenutzt. Beim Derby gegen den HSV mussten aus Sicherheitsgründen zudem ein paar wenige Plätze freibleiben.

St. Pauli-Fans sorgen immer für ausverkauftes Millerntor

Der Fan-Hype auf dem Kiez wird immer größer. Und dadurch ist es gleichzeitig auch immer schwerer, bei einem Heimspiel des FC St. Pauli live dabei zu sein. Zu klein das Stadion, zu groß der Andrang. Selbst Mitglieder kommen nicht immer zum Zug. Und Nicht-Mitglieder haben fast gar keine Chance. Das liegt in erster Linie daran, dass bei den Braun-Weißen kaum noch Tickets überhaupt einzeln verkauft werden.

Beeindruckende Kulisse: Die Fans sorgen am Millerntor Woche für Woche für eine stimmungsvolle Atmosphäre. WITTERS
St. Pauli-Fans zeigen eine Choreografie bei Flutlicht
Beeindruckende Kulisse: Die Fans sorgen am Millerntor Woche für Woche für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Prinzipiell gilt bei der Ticket-Vergabe: Mitglieder haben Vorrang. In der Regel beginnt der Vorverkauf für ein Heimspiel vier bis sechs Wochen vor der Partie. Zuerst haben all diejenigen Zugriff, die eingetragenes Vereinsmitglied sind. Und hier besteht schon das erste Problem – immerhin wächst die Zahl der St. Pauli-Mitglieder stetig an und liegt mittlerweile bei über 55.000. Bei einer Stadion-Kapazität von 29.546 Plätzen lässt sich unschwer erkennen, dass nicht alle eine Karte bekommen können.

„Mitglieder des FC St. Pauli besitzen auch weiterhin ein Vorkaufsrecht auf Tickets gegenüber Nicht-Mitgliedern. Aufgrund der hohen Nachfrage unter den Mitgliedern gab es in der vergangenen Saison keine freien Verkäufe bzw. Verkäufe an Bestandskund*innen, zumindest bei Heimspielen. Aller Voraussicht nach wird sich dieser Trend weiter fortsetzen.“

Stellungnahme des FC St. Pauli zum Procedere der Ticket-Vergabe

Das zweite Problem ist, dass nur ganz wenige dieser 29.546 Tickets überhaupt in den Verkauf gehen. Der Gästeblock steht natürlich den Fans des Gegners zu, je nach Sicherheitsbestimmungen sind das meist 2667 Plätze. Außerdem hat der FC St. Pauli in der Saison 2025/26 etwa 22.500 Plätze belegt durch Dauerkarten (15.500), Saisonpakete (4500) und Hospitality (2500). Der Einzelverkauf umfasst also meist nur noch ein paar Tickets.

Am Millerntor gibt es fast nie einen freien Ticket-Verkauf

Wenig überraschend kommt es nach dem Ansturm der Mitglieder fast nie zu einem Verkauf an Bestandskunden, die schon einmal im Stadion waren, oder gar zu einem freien Verkauf von Tickets auch für Nicht-Mitglieder. Die paar Tausend Restkarten (aktuell: knapp 5000) werden von den über 55.000 Mitglieder meist innerhalb weniger Minuten vergriffen. Und auch auf Dauerkarten hat man bei St. Pauli kaum eine Chance: Nur rund 100 werden nach Vereinsangaben pro Jahr zurückgegeben. Das sind 0,6 Prozent. Und die sind dann natürlich ähnlich heiß begehrt.

Fast immer ist das Millerntor bei Heimspielen des FC St. Pauli bis auf den letzten Platz voll besetzt. WITTERS
Ausverkauftes Millerntor-Stadion bei einem Heimspiel des FC St. Pauli
Fast immer ist das Millerntor bei Heimspielen des FC St. Pauli bis auf den letzten Platz voll besetzt.

Doch es gibt eine Hintertür für St. Pauli-Tickets: der offizielle Zweitmarkt. Fans, die ihre Eintrittskarte nicht nutzen, können sie im offiziellen Ticket-Zweitmarkt einstellen und weiterverkaufen. Dort werden insbesondere Dauerkarten-Plätze für einzelne Spiele angeboten, wenn der Inhaber mal bei einem Spiel verhindert ist. Die beste Chance besteht in den Tagen unmittelbar vor der Partie, falls ein Dauerkarteninhaber kurzfristig (z.B. wegen Krankheit) auf das Spiel verzichten muss. Nicht weiterverkauft werden können Tickets im VIP-Bereich, im Gästeblock, für Rollstuhlfahrer sowie Ehrenkarten.

Die Abwicklung erfolgt dabei über den Verein und dessen Ticketdienstleister Eventim, der die Dauerkarte für die entsprechende Partie sperrt und dem Zweit-Käufer ein separates Ticket ausstellt. Der Preis richtet sich nach den Tageskarten. Aktuell gibt es bei St. Pauli einen Stehplatz ab 15 Euro (ermäßigt 12 Euro), für die besten Sitzplätze am Millerntor werden bis zu 51 Euro (ermäßigt 44 Euro) fällig.

St. Pauli wehrt sich gegen falsche Tickets bei Viagogo & Co.

Immer wieder finden sich auch vermeintliche Ticket-Angebote auf anderen Internetseiten wie „Viagogo“, „Ticketbande“, „eBay“ oder „Kleinanzeigen“. Ein Weiterverkauf von Tickets über andere Plattformen als den St. Pauli-Zweitmarkt ist allerdings laut Allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen (ATGB) verboten. Ganz wichtig: Dort verkaufte Karten sind schlicht ungültig und ermöglichen keinen Eintritt ins Stadion. Der FC St. Pauli und andere Vereine der Bundesliga und 2. Liga wehren sich seit Jahren gegen solche Anbieter. Erst im Januar 2026 gelang dem Klub dabei ein wichtiger Sieg vor Gericht, wonach solche Angebote nun klar kenntlich machen müssen, dass man mit diesen Karten nicht ins Stadion kommt.

„Der Handel mit Eintrittskarten des FC St. Pauli ist untersagt und wird vom Verein intensiv verfolgt. Mögliche Sanktionen, die der Verein beim nachgewiesenen Tickethandel ausspricht, sind Ticketsperrungen, Ticketstornierungen, Ticketerwerbssperren und Vertragsstrafen. Ein Weiterverkauf von Tickets über nicht autorisierte Plattformen ist nicht gestattet und stellt ein Verstoß gegen die Allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen (ATGB) des FC St. Pauli dar.“

Stellungnahme des FC St. Pauli zu Ticket-Angeboten auf Internetplattformen

Selbstverständlich ist es erlaubt, ein gekauftes Ticket privat an Freunde oder Bekannte weiterzugeben oder zwei Karten für sich und eine Begleitung zu erwerben. Meist können pro Buchung maximal vier Plätze gekauft werden. Mit einem offiziellen St. Pauli-Ticket kann man außerdem am gesamten Spieltag für 24 Stunden kostenlos ein StadtRAD ausleihen und mit dem Fahrrad zum Millerntor fahren. Dort gibt es eine sogenannte Fahrradgarderobe mit 700 bewachten und kostenfreien Stellplätzen.

St. Pauli-Fans kritisieren neues Ticket-System

In unregelmäßigen Abständen verlost der FC St. Pauli zusammen mit seinen offiziellen Partnern auch einzelne Tickets für ein Heimspiel. Auch die MOPO hat in der Vergangenheit immer wieder solche Gewinnspiele gemeinsam mit dem Verein veranstaltet. Mit etwas Glück kann man auch so eine Eintrittskarte ins Millerntor-Stadion bekommen. Echte Gewinnspiele lassen sich daran erkennen, dass sie von einem offiziellen Partner des Kiezklubs (z.B. einem Medienpartner oder einem Sponsor) durchgeführt werden.

Verzweifelte Fans suchen nicht selten am Spieltag noch direkt vor dem Millerntor-Stadion mit Pappschildern nach einem Ticket. WITTERS
Fan sucht mit einem Schild ein Ticket vor dem Millerntor-Stadion
Verzweifelte Fans suchen nicht selten am Spieltag noch direkt vor dem Millerntor-Stadion mit Pappschildern nach einem Ticket.

Dennoch sind die Chancen natürlich mit Abstand am größten, wenn man Mitglied im Verein ist. Schnelligkeit zahlt sich hier mittlerweile übrigens nicht mehr aus – sondern Glück. St. Pauli arbeitet mit einem sogenannten Pre-Authentifizierungs-Verfahren, bei dem jedes Mitglied einen individuellen Link per E-Mail zugesandt bekommt. Dann erfolgt eine zufällige Platzierung in der Warteschlange. So will man verhindern, dass ein Nutzer mit mehreren Geräten gleichzeitig auf den Ticketshop zugreift. Das neue Zufallsverfahren bei der Vergabe von Tickets wird von den Fans stark kritisiert.

„Bei Mitgliedervorverkäufen gibt es kein ,First come, first served‘-Prinzip, sondern der Erwerb von Tageskarten ist erst nach einer Pre-Authentifizierung und einem zufälligen Durchlass vom Warteraum in den Ticket-Onlineshop möglich. Im Anschluss greift dann mit Verkaufsstart das Zufallsverfahren, wo alle Wartenden in eine zufällige Reihenfolge gebracht und dann nacheinander in den Ticket-Onlineshop durchgelassen werden.“

Erklärung des FC St. Pauli zum neuen Zufallsverfahren bei Tickets

Außerdem lohnt sich ein Blick auf die weniger beliebten Partien: Testspiele, Vorbereitungsspiele oder die Saison-Eröffnung am Millerntor sind oft weitaus langsamer vergriffen oder gar nicht ausverkauft.

So läuft die Ticket-Vergabe beim FC St. Pauli ab:

  • vor Beginn der Saison: Verkauf von Dauerkarten-Rückläufern (derzeit etwa 100)
  • vier bis sechs Wochen vor dem Spiel: Vorverkauf von Einzel-Tickets an Vereinsmitglieder des FC St. Pauli
  • einige Tage danach: Vorverkauf von Einzel-Tickets an Bestandskunden, sofern noch Plätze verfügbar sind
  • wenige Tage vor dem Spiel: freier Vorverkauf an alle Nicht-Mitglieder, sofern noch Plätze verfügbar sind
  • bis drei Stunden vor Spielbeginn: Wiederverkauf von nicht genutzten Karten über den St. Pauli-Zweitmarkt

Hier haben Sie die besten Chancen auf St. Pauli-Tickets:

  • Zweitmarkt: Im St. Pauli-Zweitmarkt werden nicht genutzte Karten zum Wiederverkauf eingestellt. Auf keinen Fall sollten Karten über private Plattformen wie „Viagogo“ oder „eBay“ gekauft werden.
  • freier Verkauf: In seltenen Fällen, wenn Mitglieder nicht alle Plätze besetzen, gehen einzelne Resttickets in den freien Verkauf an alle Fans.
  • Verlosungen und Gewinnspiele: Gelegentlich veranstalten Partner des FC St. Pauli offizielle Gewinnspiele und verlosen Tickets für ein Heimspiel.
  • Testspiele: Für Vorbereitungsspiele ist der Andrang meist deutlich geringer und die Chance auf Tickets damit größer.

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