„Alle gemeinsam“: St. Pauli kämpft nach Vorfall in Heidenheim um seine Fans
Bei nahezu jedem anderen Verein wäre das, was sich da am Samstag in Heidenheim zugetragen hat, quasi nicht der Rede wert. Oder im Zweifel eher ein Zeichen dafür, dass das Binnenverhältnis noch halbwegs in Ordnung ist. Beim FC St. Pauli hingegen verheißt es nichts Gutes, wenn erste Dissonanzen zwischen Fans und Profis erkennbar sind.
Zusammenfassung:
- Die mitgereisten Fans pfiffen nach der Niederlage gegen Heidenheim und beschimpften das Team.
- Das Team zog sich zurück, Trainer Blessin sprach mit dem Capo.
- Der Verein reagierte mit einer Stellungnahme und rief zum Zusammenhalt auf.
Dass es vereinzelt Pfiffe gegeben hatte, als sich das Team nach der schwachen Darbietung im so wichtigen Duell beim Tabellenletzten gen Kurve bewegte, ist wohl nachvollziehbar. Dass manch jemand seinem Frust über das 0:2 auch mittels Beschimpfungen einiger Spieler Ausdruck verlieh, war dann aber des Schlechten doch zu viel. Jedenfalls hatte sich die St. Pauli-Mannschaft nach einem Dialog zwischen dem Capo und Hauke Wahl wieder wegbewegt von der Anhängerschaft und war in die Kabine gegangen.
Kiezklub-Coach Alex Blessin sprach mit dem Capo
Auch St. Paulis Trainer Alexander Blessin hatte dann noch das Gespräch mit dem Capo gesucht und gefunden. Die Atmosphäre war dabei offenbar sehr konstruktiv, denn zum Anschluss klopfte man sich kurz gegenseitig auf die Schulter. All das ist also mitnichten vergleichbar mit zum Beispiel dem, was den Spielern von Werder Bremen nach deren 1:2-Niederlage am Millerntor im Februar widerfahren war. Da war deutlich mehr Gift und Galle unterwegs gewesen. Dennoch: Der Vorfall von Heidenheim zeigt, was die Stunde geschlagen hat.
Einen spür- und erkennbaren Riss zwischen Fans und Team hat es beim FC St. Pauli zumindest in den 2000er Jahren noch nicht gegeben. Und das Echo auf das Verhalten stößt auch nicht nur auf Gegenliebe, wenn man sich an den Reaktionen in den sozialen Medien orientiert. Zwar wird viel Verständnis geäußert für die gefühlte Enttäuschung. Dennoch weist die überwiegende Mehrheit vor allem darauf hin, dass man nur gemeinsam den Klassenerhalt schaffen könne.
St. Pauli gibt Stellungnahme zu den Szenen ab
So klingen dann auch die Worte, die der Verein dafür fand. „Wir verstehen die Enttäuschung unserer Fans direkt nach dem Spiel und sehen und spüren die überragende Unterstützung in der gesamten Saison. Das ist ein unglaublich wichtiger Rückhalt“, teilte der FC St. Pauli mit.
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Man habe weiterhin die Möglichkeit, die Ziele und Ambitionen zu erreichen und erneut den Klassenerhalt zu schaffen. Und zwar „alle gemeinsam“.
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