Geschäftsstelle des FC St. Pauli

Das Millerntor (hier die Südseite) steht am Dienstag ganz im Zeichen des Holocaust-Gedenktages. Foto: WITTERS

Aktion der Profis: So erinnert St. Pauli am Holocaust-Gedenktag an die Nazi-Opfer

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Es ist immer und zu jedem Zeitpunkt richtig und angebracht, an dunkle Tage der deutschen Geschichte zu erinnern. Die aktuellen weltpolitischen Ereignisse machen das allerdings nach dem Motto „Nie wieder ist jetzt! Nie wieder Faschismus!“ noch einmal notwendiger: Anlässlich des Holocaust-Gedenktages erinnert der FC St. Pauli beim Heimspiel gegen Leipzig am Dienstagabend an deportierte und ermordete Sportler aus der eigenen Vereinsgeschichte.

„Damit möchte der Verein ein klares Zeichen setzen gegen das Vergessen und für eine aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit“, heißt es auf der Homepage des Kiezklubs. Im Stadion werden zudem Biografien von Sportlern des FC St. Pauli vorgestellt, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors wurden.

St. Pauli-Profis lesen Biografien vor

Spieler der aktuellen Profimannschaft tragen diese Biografien in Videobeiträgen vor. Hauke Wahl wird dabei die Biografie des jüdischen Sportlers Selig Cahn vorlesen. Weitere Beiträge, unter anderem von Adam Dźwigała über einen vom NS-Regime verfolgten polnischen Antifaschisten, der Mitglied des FC St. Pauli war, sind ebenfalls Teil der Aktion. Die Videos werden auf der Videowall im Millerntor-Stadion sowie über die digitalen Kanäle des FC St. Pauli ausgespielt.

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Ziel der Initiative sei es, an Vereinsmitglieder zu erinnern, die lange Zeit in Vergessenheit geraten waren. „Die Biografien zeigen, dass der FC St. Pauli mehr jüdische Sportler sowie Sportler mit antifaschistischer Haltung in seinen Reihen hatte, als bislang bekannt“, schreibt der FC St. Pauli. Besonderer Dank gelte dem FC St. Pauli Museum, „dessen umfassende und sorgfältige Recherchearbeit diese Biografien erst zugänglich gemacht hat“.

Fanladen organisiert Kranzniederlegung 

Bereits um 18 Uhr findet eine vom Fanladen St. Pauli organisierte Kranzniederlegung vor der Südtribüne statt. Zudem werden die Spieler beider Mannschaften kurz vor dem Anpfiff des Spiels um 20.30 Uhr gemeinsam ein Banner gegen das Vergessen präsentieren.

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