„Wo auch immer ich spiele“: Ändert Eric Smith bei St. Pauli seine Position?
Wer Abstiegskampf kann, lässt sich auch vom Schnee nicht erschrecken – zumindest wenn er Eric Smith heißt. „Wir genießen dieses Wetter, meine Tochter mag es auch“, sagt St. Paulis Vizekapitän, der im September 2024 zum ersten Mal Vater wurde und im März zum zweiten Mal wird. Für den frostunempfindlichen Schweden könnte es persönlich auch in anderer Hinsicht nach vorn gehen.
Minusgrade machen ihm gar nichts aus, schließlich wurde Smith 2019 ins nordnorwegische Tromsö verliehen und hat dort schon bei minus 16 Grad gekickt. Der Schnee sei dort auch höher gewesen als jetzt in Hamburg, berichtet St. Paulis Nummer acht, die am Donnerstag ihren 29. Geburtstag feiert.
Die Gegner indes dürften, bei allem Respekt vor dem zweimaligen Pokalsieger Tromsö, aktuell in einem höheren Regal liegen als damals in Norwegen. Samstags-Gegner RB Leipzig (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) kam erst am Mittwoch aus dem sonnigen Portugal zurück, doch einen Kältegewöhnungs-Vorteil seines Teams hält Smith für unwahrscheinlich: „Wenn Bundesliga ist, spielst du 90 Minuten. Da interessiert es dich nicht, ob es minus oder plus zehn Grad sind. Ich denke nicht, dass es einen großen Einfluss haben wird.“
„Wir brauchen jede Hilfe“: Das sagt Smith über Neuzugang Ando
Wichtiger sei, als Kollektiv defensiv stabil zu stehen und „keine individuellen Sachen“ zu versuchen, „denn dann bekommen wir Probleme“. Smith dürfte gegen Leipzig wie in der Hinrunde Teil der braun-weißen Abwehrkette sein, durch den jüngsten Zugang von Verteidiger Tomoya Ando ergeben sich für ihn möglicherweise weitere Perspektiven. „Er ist hier sehr willkommen“, sagt Smith über die Winter-Verstärkung und betont: „Wir brauchen jede Hilfe, die wir bekommen.“
Helfen könnte Smith dem Team auch auf der Sechser-Position, die er nicht nur zu Zweitliga-Zeiten, sondern auch in den letzten zwölf Erstliga-Spielen in der vergangenen Saison eingenommen hat. Ando in die Kette, Smith dafür nach vorn? Gegen Leipzig dürfte ein solcher Schritt zu früh kommen, da der japanische Neuzugang bislang nur 45 Minuten Testspiel-Erfahrung gegen Werder Bremen aufzuweisen hat. Aber grundsätzlich ist es kein Geheimnis, dass der Schwede der gestaltenden Position im defensiven Mittelfeld viel abgewinnen kann.
Zurückhaltung in Sachen Position und Wechsel
„Ich weiß, wo ich gerne spiele und was ich auf meinen Positionen leisten kann“, erklärt Smith zum Thema: „Es hängt vom Trainer ab, diese Entscheidung zu treffen. Ich versuche dem Team zu helfen, wo ich nur kann, wo auch immer ich spiele.“
Eine Diplomatie der Zurückhaltung, die er auch angesichts der wiederkehrenden Wechselgerüchte an den Tag legt. St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann hatte jüngst erklärt, ein Abgang Smiths sei weder im Winter noch im Sommer ein Thema. Smith dazu: „Andreas Bornemann ist der Boss. Wenn er das sagt, dann ist das so.“
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Dass manch Transferaussage von Fußballern in der Vergangenheit schon deutlich schneller geschmolzen ist, als Januarschnee es zu tun pflegt, ist keine Sache des Wetterberichts. Für Smith ist jedenfalls prima Klima, was eine Wiederholung des Vorjahres-Klassenerhalts angeht: „Natürlich glauben wir dran. Wir haben es letztes Jahr geschafft und dieses Jahr werden wir es wieder schaffen.“
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