Acht Ausfälle und eine krumme Nase: Riesiges Lazarett macht St. Pauli Sorgen
Ein Blick auf den Spielberichtsbogen vorm Anpfiff der Partie gegen den VfB Stuttgart (2:1) ließ den Anhang des FC St. Pauli kopfschüttelnd zurück. Denn neben den schon bekannten Ausfällen fehlten plötzlich und unerwartet noch zwei weitere Leistungsträger im Aufgebot, in dem mit Romeo Aigbekaen und Nick Schmidt gleich zwei U23-Spieler standen. Aber wie lange muss der Kiezklub auf wen verzichten? Ein Überblick.
Als James Sands in Minute 63 unmittelbar nach seiner Kopfballchance zum möglichen 3:0 auf dem Rasen sitzen blieb, stark aus der Nase blutete und lange behandelt werden musste, schwante Alexander Blessin Böses. „In dem Moment denkt man natürlich: Das ist genau das, was man jetzt noch braucht“, gestand der Trainer ironisch. „James ist ein stabilisierender Faktor, egal auf welcher Position. Wenn er da ausgefallen wäre oder jetzt ausfällt, das wäre natürlich eine weitere super Nachricht. Aber davon gehe ich erst mal nicht aus.“
St. Paulis James Sands blutete stark aus der Nase
Dass das Riechorgan des US-Amerikaners auf gewisse Weise unsymmetrisch aussah, war Blessin nicht entgangen. „Er hatte eine krumme Nase, aber da muss ich ihn mal fragen, ob er die nicht vorher schon hatte“, witzelte der 52-Jährige, der einräumte, nicht eben optimistisch in die Partie mit seinem Ex-Klub gegangen zu sein. Kein Wunder, waren St. Pauli doch nach Ricky-Jade Jones, Andréas Hountondji, David Nemeth, Connor Metcalfe, Hauke Wahl und Eric Smith in Joel Chima Fujita und Mathias Pereira Lage kurzfristig noch zwei weitere potenzielle Säulen weggebrochen.
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„Bei beiden ist es keine große Sache, es war nur einfach zu gefährlich“, erklärte Blessin. Beide Profis seien zuletzt extrem belastet worden, sie mussten in letzter Zeit häufig durchspielen und hätten nun kleinere muskuläre Geschichten. „Bei Mathias war es ein langer Schritt, den er gemacht hat, aber da müssen wir nicht befürchten, dass es ein längerer Ausfall ist“, sagte Blessin. Ähnlich sei die Lage bei Fujita, wobei der Coach seinen Schützling „a bissle rügen“ musste, „weil er das gegen Augsburg schon gehabt hat und wohl gedacht hat, er bekommt es hin. Er hat es ein bisschen verschleppt, ohne was zu sagen. Das ist ärgerlich.“
FC St. Pauli hofft auf einige Rückkehrer in der Woche
Aber im Nachhinein nicht mehr zu ändern, und für die nahe Zukunft sieht es ja offensichtlich nicht so wild aus. Das trifft im Übrigen auch auf andere Profis im Lazarett zu. „Wir hoffen bei Hauke Wahl, dass die Reizung rausgeht, dass Connor Metcalfe wieder zurückkommt“, sagte Blessin. Die letzten zwei Tage seien beim Australier wieder besser gewesen, „aber aus dem Nichts“. Bei Eric Smith habe man es mit Einlagen probiert, „aber der Schmerz war noch da. Und dann kam er auch noch aus einer Erkältung – das in der Kombination war keine gute Geschichte.“
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