• Reagy Ofosu konnte sich beim HSV nicht durchsetzen. Danach folgte eine erstaunliche Reise durch ganz Europa.
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Fast überall glücklos: Die erstaunliche Europa-Reise von Ex-HSV-Talent Ofosu

Beim HSV wurde Reagy Ofosu einst ausgebildet, verabschiedete sich 2012 im Alter von 20 Jahren aber aus seiner Geburtsstadt Hamburg. In Ingolstadt und Chemnitz war Ofosu anschließend gescheitert – und begab sich auf eine glücklose Reise durch ganz Europa. Nun könnte der Flügelstürmer womöglich bald in der ersten türkischen Liga gegen Topstars wie Falcao und Luiz Gustavo spielen.

In englischen Medien wird von einem unmittelbar bevorstehenden Wechsel von Ofosu zu Konyaspor Kulubu in die türkische Süper Lig berichtet. Demnach liege die Ablöse für den inzwischen 29-Jährigen, der aktuell beim FC Botosani in Rumänien unter Vertrag steht, bei 500.000 Euro.

Reagy Ofosu: Ex-HSV-Talent auf erstaunlicher Reise durch Europa

Für Ofosu wäre es der nächste Schritt auf seiner langen Reise durch ganz Europa. Der Deutsch-Ghanaer wurde in Hamburg geboren, wuchs als Jugendspieler des HSV auf. 2010 schaffte Ofosu den Sprung zum HSV II, wo er zwei Jahre lang spielte. Für einen Bundesliga-Einsatz bei den Profis reichte es allerdings nie.

Vom Chemnitzer FC wechselte Ofosu zum SV Grödig

Weitere zwei Jahre stand der Linksaußen danach beim FC Ingolstadt unter Vertrag, machte aber auch dort kein einziges Spiel für die Profis. 2014 ging es für Ofosu weiter zum Chemnitzer FC, wo er ebenfalls nicht Fuß fassen konnte. Trotz einer starken Saison zu Beginn (33 Einsätze in der 3. Liga) wurde er Anfang 2016 in Chemnitz aussortiert, wechselte zum SV Grödig nach Österreich.

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Für Ofosu der Startschuss für eine erstaunliche Reise durch die europäischen Fußball-Ligen. Bereits nach einem halben Jahr und dem Abstieg mit Grödig in die 2. Liga zog Ofosu weiter zum NEC Nijmegen in die Niederlande, wo er ebenfalls am Ende der Saison 2017/18 aus Liga eins abstieg.

Reagy Ofosu: Glücklos in den Niederlanden, Kroatien und Slowenien

Das ehemalige HSV-Talent entschied sich für einen erneuten Vereinswechsel. Diesmal das Ziel: Kroatien – der NK Istra, wo Ofosu allerdings wieder nur ein halbes Jahr blieb. Schon in der Winterpause schloss er sich dem nächsten Klub an: Spartak Trnava in Slowenien. Dort wurde der Angreifer sogar Meister – erhielt nach der Saison aber keinen neuen Verein mehr.

Die Konsequenz für Ofosu: Er musste sich im Sommer 2018 schon wieder einen neuen Verein suchen. Zunächst ohne Erfolg, für dreieinhalb Monate war er arbeitslos. Erst im Oktober 2018 fand er im ungarischen Erstligisten Szombathelyi Haladás eine neue Station – in der Hoffnung, endlich eine dauerhafte Bleibe gefunden zu haben.

Nächster Abstieg für Ex-HSV-Talent Ofosu in Ungarn

Doch Ofosu setzte auch in Ungarn seine glücklose Serie fort. In Haladás kam er auf keine einzige Torbeteiligung in 24 Spielen, bekam mit zunehmender Dauer der Spielzeit nur noch Kurzeinsätze. Die Saison endete, wie meist bei Ofosu, mit dem Abstieg – und mit dem Aus für den Hamburger.

In der vergangenen Saison schien Ofosu nun endlich sein Glück gefunden zu haben. Er schloss sich dem FC Botosani an, wurde in der ersten rumänischen Liga zum Stammspieler (sechs Tore und vier Vorlagen in 34 Pflichtspielen). Mit seinem neuen Verein schaffte er es in die Meisterrunde, am Ende stand – wegen des Ausschlusses von zwei anderen Klubs – sogar die Qualifikation zur Europa League.

In Rumänien schafft Reagy Ofosu die Europa-League-Qualifikation

Und doch wird Ofosu wohl nicht in Rumänien bleiben. „Dass der FC Botosani ein Sprungbrett sein soll, ist dem Verein sowie mir bekannt“, hatte der inzwischen 29-Jährige zuletzt gegenüber „transfermarkt.de“ erklärt und „einige Angebote und Anfragen“ angedeutet.

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Nun könnte es Ofosu in die Türkei ziehen. Das Land fehlt noch auf seiner langen Liste, die sich zuletzt sogar mehrmals pro Saison verlängerte. Es wäre seine achte Station im achten Land in den vergangenen fünf Jahren. „Leicht war es natürlich nicht, sich immer wieder neu umzustellen“, sagte Ofosu. „Aber mittlerweile bin ich ein Mensch, der gelernt hat, sich überall zurechtzufinden und mit den Bedingungen im jeweiligen Land klarzukommen.“

Reagy Ofosu: Rückkehr nach Deutschland nicht ausgeschlossen

Auch eine Rückkehr nach Deutschland schließt das Ex-HSV-Talent nicht aus. „Sollte es in Zukunft die Möglichkeit geben, nach Deutschland zurückzukommen, würde ich mich freuen. Aber ich bin auch dafür offen, weiterhin im Ausland meinen Weg zu gehen. Das Wichtigste ist, gesund zu bleiben und da, wo man aktuell ist, sein Bestes zu geben, um sich zu empfehlen. Denn nur dann kann man noch den einen oder anderen Schritt nach vorne machen.“

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