Auch Stefan Raab mischt mit: So läuft die EM im TV – nicht alle Spiele kostenfrei

Stefan Raab mit Deutschland-Fahne
Stefan Raab produziert für RTL eine EM-Highlight-Show.

Tatort Fußball: Ab Freitag dominiert die Heim-EM das Fernsehprogramm. 46 der 51 Spiele sind im Free-TV bei ARD, ZDF und RTL zu sehen – darunter alle deutschen Partien und sämtliche Spiele ab dem Viertelfinale. Im Telekom-Streaming bei MagentaTV läuft die gesamte EM live. Die Sender haben sich viel einfallen lassen, um für Sommermärchen-Feeling zu sorgen. So zeigt RTL immer um 20.15 Uhr eine Highlight-Show, die Stefan Raab produziert. Und es gibt eine schlechte Nachricht: Die Bildqualität der Übertragungen ist längst nicht so gut, wie es heutzutage technisch möglich wäre. Darüber reden die Sender aber nur ungern. Die MOPO erklärt, was bei der Fernseh-EM wichtig ist.

ARD: Sowohl ARD als auch ZDF übertragen jeweils 17 Spiele live. Im Ersten ist auch das Finale zu sehen. Dabei ist noch unklar, wer von den EM-Kommentatoren Tom Bartels, NDR-Sportchef Gerd Gottlob oder Christina Graf dann ran darf. Die ARD setzt diesmal auf das Rezept „Stadion statt Studio“. Es soll nach Gras riechen, alle Übertragungen kommen vom Ort des Geschehens. Dort wechseln sich Esther Sedlaczek und Alexander Bommes als Moderatoren ab. Für die Analysen sorgen Weltmeister Bastian Schweinsteiger, Olympiasiegerin Almuth Schult und Thomas Hitzlsperger, Vize-Europameister 2008.

ARD setzt auf Schweinsteiger, Schult und Hitzlsperger

Alle drei sind auch als Co-Kommentatoren während der Spiele zu hören, ebenso wie Taktikfuchs Thomas Broich. Trainertochter Lea Wagner meldet sich aus dem DFB-Quartier. Außerdem versucht sich die ARD wieder an Late-Night-Fußballspaß. Statt „Waldis Club“ wie beim Original-Sommermärchen 2006 läuft um 23.30 Uhr aus der Bochumer Kneipe „Zum Kuhhirten“ ein „Kneipenquiz“ mit Moderatorin Stephanie Müller-Spirra und Fußball-History-Experte Arnd Zeigler.

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ZDF: Hier beginnt die Euro am Freitag um 19.25 Uhr aus dem Open-Air-Studio im Innenhof des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin-Mitte. Anstoß gegen Schottland ist um 21 Uhr. Ums Moderieren kümmern sich wie gewohnt Katrin Müller-Hohenstein und Jochen Breyer. Für KMH kommt es vor allem auf einen guten EM-Start an: „Sollte Deutschland die Schotten schlagen, erleben wir eine Stimmungsrakete, die in die Luft geht.“

Zum EM-Erklären sind erneut die Weltmeister Christoph Kramer und Per Mertesacker dabei. Weitere Experten sind Ex-HSV-Torwart René Adler, Schiri Manuel Gräfe, Nationalspielerin Laura Freigang und Trainerin Friederike Kromp. Oliver Schmidt kommentiert das Eröffnungsspiel. Außerdem sitzen fürs ZDF Claudia Neumann und Martin Schneider am Mikro. Aus dem DFB-Quartier melden sich Sven Voss und Amelie Stiefvatter.

RTL zeigt zwölf Spiele der Fußball-EM live im TV

RTL: Durch eine Kooperation mit Rechteinhaber Telekom zeigt RTL zwölf Spiele live. Dabei übernehmen die Kölner das Personal und die Übertragungen von MagentaTV. Die Zusammenarbeit sorgt laut RTL für das „beste Nationalteam aus Experten und Moderatoren“. Mit Laura Wontorra, Johannes B. Kerner, Florian König, Lothar Matthäus, Michael Ballack, Robin Gosens, Felix Kroos, Reiner Calmund, Mario Basler, Wolff Fuss, Tabea Kemme oder Anna Kraft ist die gesamte Fußball-Prominenz aus dem Privatfernsehen am Start. Jeden Abend um 20.15 Uhr läuft live die Stefan-Raab-Produktion „Das RTL EM-Studio – Alle Spiele, Tore, Emotionen“. Bei der Moderation wechseln sich ProSieben-Flüchtling Elton und Dschungelcamper Jan Köppen ab. Experten sind Stefan Effenberg und Thomas Helmer. Er ersetzt Stefan Kuntz, der sich auf seinen neuen Job als HSV-Sportvorstand konzentrieren will.

Magenta: Das Telekom-Abo, um alle 51 Spiele zu sehen, gibt es ab 10 Euro im Monat (telekom.de). Das funktioniert auch, wenn man weder mit Festnetz noch mit Handy Telekom-Kunde ist. Exklusiv zeigt MagentaTV die Partie Slowenien gegen Serbien sowie zwei Partien aus der deutschen Gruppe: Ungarn gegen die Schweiz und Schottland gegen Ungarn. Hinzu kommen ein viertes Vorrundenspiel sowie ein Achtelfinale. Am letzten Gruppenspieltag gibt es Konferenzen. Drei EM-Kanäle stehen zur Auswahl, das Personal ist identisch mit Kooperations-Partner RTL. An zehn Abenden läuft die Late Night „Studio Pille-Palle“ mit Schauspieler Fahri Yardim („Jerks“) und Köln-Legende Jonas Hector. Die 150 Stunden Live-Programm der Telekom sind dank Kooperation mit Sky auch in Bars und Kneipen zu sehen.

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Bildqualität: Wer das bestmögliche EM-Bild sehen will, hat Pech gehabt. Denn die UEFA produziert das Turnier – wohl aus Kostengründen – nur in HD, aber nicht im viermal schärferen 4K/UHD. Und das, obwohl bereits die Europameisterschaften 2016 und 2021 in 4K zu sehen waren. Der Rückschritt wird die Besitzer von über 32 Millionen 4K/UHD-Fernsehern in Deutschland ärgern. Dagegen hilft kein Telekom-Abo: Auch bei Magenta sind nur HD-Bilder zu sehen, die zu Pseudo-4K „hochskaliert“ werden. Das ist zwar besser als bei ARD, ZDF und RTL. Aber so brillant und spektakulär wie echtes 4K kann das nicht aussehen. Das hat zuletzt schon das Champions-League-Finale gezeigt, das erstmals seit 2015 nur in HD gesendet wurde.