Wandern wie im Bilderbuch – dieser Weg führt direkt durchs Tulpenparadies
Blühende Tulpenfelder, nachhaltiger Anbau und beeindruckende Dünenlandschaften: Der Nordhollandpad ist mehr als nur ein Wanderweg – er ist ein Erlebnis für alle Sinne. Die MOPO erklärt, welche Highlights auf den schönsten Etappen warten.
Dünen, Heide, Wälder – und bunte Blumenfelder: Der 284 Kilometer lange Nordhollandpad führt in 16 Etappen von Texel bis ins Gooi bei Amsterdam. Wanderer durchqueren Dünenlandschaften und Naturschutzgebiete und passieren dabei zahlreiche Sehenswürdigkeiten.
Nordhollandpad: Rot, Gelb und Violett
Alle Teile des Nordhollandpads haben ihren besonderen Reiz, aber Blumenliebhaber sind im Frühling auf den Etappen 3 und 4 am besten aufgehoben. Endlose Tulpenfelder erstrecken sich zum Teil bis in den Mai zum Horizont und tauchen die Landschaft in leuchtendes Rot, strahlendes Gelb, knalliges Pink und intensives Violett. Die Provinz ist nicht nur das größte Tulpenanbaugebiet der Niederlande – Nordholland ist auch ein Vorreiter in nachhaltigem Blumenzwiebelanbau. Das Projekt „Fieldlab Bol“ zum Beispiel hat das Ziel, die Blumenzwiebelproduktion umweltfreundlicher zu gestalten.
Dünen und Deiche
Die dritte Etappe des Nordhollandpads führt auf 16 Kilometern von Den Helder nach Julianadorp. Wanderer durchqueren eine reizvolle Landschaft mit Poldern, Feldern und Deichen. Zu den Entdeckungen am Wegesrand zählen das auf Napoleon zurückgehende Fort Dirksz Admiraal und im Binnendünengebiet De Nollen der sehenswerte Skulpturenpark von Ruud van de Wint. Im Erholungsgebiet Mariëndal und den Helderse Duinen können Wanderer seltene Vögel wie Rotschenkel und Löffelreiher beobachten. Die Dünen stehen gemeinsam mit den Noordduinen unter europäischem Naturschutz. Schließlich ist Julianadorp erreicht, eines der Herzstücke des niederländischen Tulpenanbaus.
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Weg im Blumenmeer
Auf der vierten, 13 Kilometer langen Etappe geht es weiter von Julianadorp nach Wieringerwaard – quer durch die Tulpenfelder. Zwar mag die südholländische Region um den Keukenhof bekannter sein, doch die größten Blumenzwiebelfelder liegen hier, im Kop van Holland. Die Dörfer und Höfe in der Region lagen früher an der Zuiderzee, dem heutigen IJsselmeer, und die Grasdeiche waren damals Seedeiche. Kurz vor dem Etappenziel Wieringerwaard erreichen Wanderer Oudesluis – und damit die älteste Schleuse Europas. In dieser Region sind nicht nur die Felder mit Tulpen, Narzissen und Hyazinthen eine Attraktion, auch nachhaltige Anbaumethoden stehen im Fokus.
Tradition und Innovation
Nordholland ist Vorreiter in der nachhaltigen Blumenzwiebelzucht. Immer mehr Betriebe setzen auf den Verzicht chemischer Pestizide, Anbau in Fruchtfolge und natürliche Düngemittel – so wie Johanna und John von „Huiberts Bloembollen“ in Sint Maartensvlotbrug. „Unser Acker war nach 30 Jahren Blumenzwiebelanbau so ausgelaugt, dass wir beim Umgraben kaum einen Regenwurm fanden“, sagt John Huiberts. Ein gesunder, lebendiger Boden trägt wesentlich zur Artenvielfalt bei. Zudem sorgt er für hochwertige Produkte – und damit für bessere wirtschaftliche Ergebnisse in der Landwirtschaft. Projekte wie „Fieldlab Bol“, die zur Erhaltung der Biodiversität und zum Schutz von Bienen beitragen, sind Bestandteile des modernen Tulpenanbaus in der Region. Die Kooperative NLG Holland etwa verbindet traditionelles Wissen mit modernen ökologischen Verfahren, und mit „Tulpen van Sam“ aus Slootdorp gibt es den weltweit ersten klimaneutralen Tulpenzüchter in der Region.
Tulpen blühen bis Mai
Die beste Zeit, um die blühenden Tulpenfelder zu erleben, ist zwischen Mitte und Ende April, doch auch im Mai lassen sich oft noch zahlreiche farbenfrohe Felder entdecken.