Vielschichtig verbunden: Florian Lukas und Adriana Altaras in „Mama Odessa“ Foto: Anatol Kotte

Wie Flucht und Herkunft ein Leben prägen

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Flüchtlingsschicksale sind so alt wie die Menschen. Jüdische Familien können ein jahrtausendealtes Lied davon singen. Oder darüber schreiben. Das machten und machen Rada Biller und ihr Sohn Maxim. Über die vielschichtige Mutter-Sohn-Beziehung erschien 2023 Maxim Billers Buch „Mama Odessa“.

Diesen ebenso humorvollen wie poetischen Text adaptierten die Dramaturgin Anja Del Caro und Regisseur Kai Wessel nun für die Bühne der Hamburger Kammerspiele. Wo auch sonst? Denn das Grindelviertel ist unter anderem Schauplatz des Romans über eine Familie mit russischer Vergangenheit, Billers Familie.

Seine Geschichte beginnt in Odessa, wo die Nazis in den 40er Jahren während der dreijährigen deutschen Besatzung Zehntausende Juden ermorden. Glücklicherweise überlebt der Großvater des Ich-Erzählers Mischa. Der kann die Ereignisse fortschreiben. Gemeinsamkeiten zwischen ihm und dem Autor sind offensichtlich: Maxim kommt 1960 in Prag zur Welt, seit den 70er Jahren wohnt er mit Eltern und Halbschwester in Hamburg nahe den Kammerspielen, in der Bieberstraße 7.

Das brachte das Theater mit jüdischer Vergangenheit auf die Idee eines besonderen Angebots: An ausgewählten Abenden bietet Anja Del Caro als Einführung vor der Aufführung einen halbstündigen Spaziergang durch das Grindelviertel an. Dabei führt sie zu den Schauplätzen des Stücks und gibt Erläuterungen zur Romanvorlage sowie zur Bühnenfassung (Anmeldung unter hamburger-kammerspiele.de/programm/mama-odessa).

Rada Biller starb 2019, Maxim lebt heute in Berlin und gehört zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern der Gegenwart. Mutter und Sohn verband jenseits ihrer Liebe füreinander auch das Schreiben und eine nicht endende Sehnsucht, irgendwo anzukommen. In Kai Wessels Inszenierung übernehmen zwei großartige Darsteller die beiden Rollen: Adriana Altaras und Florian Lukas.

Kammerspiele: Premiere 25.1., 19 Uhr, 29.1.-28.2., 19.30 Uhr, So 18 Uhr, Karten 14-46 Euro, Tel. 41 33 44 44

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