Vergessene Meister aus Eimsbüttel: Diese Ausstellung ist eine Farbexplosion
Erneut ist es den beiden rührigen Eimsbütteler Galeristen Tim Ewald (54) und Christian Radel (74) gelungen, in einer kleinen, aber sehr feinen Schau Werke oft vergessener Künstler zu präsentieren. „Hamburg. Abstrakt“ lautet der treffende Titel dieser sehenswerten Ausstellung in der Galerie Beim Schlump.
Rote Blasen, grüne Tupfer und ganz viel Gelb-Orange: Pit von Frihlings Spätwerk „Ein Nachmittag bei Miró“ aus dem Jahr 2008 ist eine einzige Farbexplosion. Der Hamburger Künstler (1919-2011) fand erst spät zur Abstraktion, doch seine Werke ziehen einen sofort in den Bann. Frihling lebte und arbeitete jahrzehntelang am Kaiser-Friedrich-Ufer in Eimsbüttel. Seine Witwe wohnt dort bis heute.
Die Galerie Beim Schlump zeigt abstrakte Kunst
Eher auf den zweiten, genaueren Blick dagegen wirkt „Ohne Titel“ von Alexander H. Tolksdorf (1925-89). Wer sich aber auf die Farbsymphonie einlässt, der kann stundenlang vor dem Hochformat verweilen und entdeckt doch immer wieder neue, verwirrende und faszinierende Details.
So geht es dem Betrachter auch vor einem großformatigen, ebenfalls titellosen Bild von Wilhelm Hoffmeister. Das Werk des 1991 verstorbenen Künstlers wird seit Jahren von den beiden Schlump-Galeristen verwahrt und gepflegt.
- Florian Quandt „Ein Nachmittag bei Miró“ heißt dieses 2008 von Pit von Frihling gemalte Werk.

„Ein Nachmittag bei Miró“ heißt dieses 2008 von Pit von Frihling gemalte Werk. - Florian Quandt Die „Komposition auf braunem Grund“ schuf Arnold Fiedler 1955.

Die „Komposition auf braunem Grund“ schuf Arnold Fiedler 1955. - Florian Quandt Dieses 1,50 Meter hohe Bild schuf Wilhelm Hoffmeister 1958.

Dieses 1,50 Meter hohe Bild schuf Wilhelm Hoffmeister 1958.
Ebenfalls ein Klassiker und Dauergast in den Räumen am Grindel ist Arnold Fiedler (1900-1985). Im Vergleich zu den Bildern der vorher erwähnten Maler wirkt seine „Komposition auf braunem Grund“ eher zurückhaltend, fast schlicht. Das Bild entstand 1955 und damit in der „Blütezeit“ der Abstraktion. Damals malte Fiedler in seinem Pariser Atelier. Doch weil es dort keine Heizung gab, konnte der Hamburger in den Räumen nur im Sommer arbeiten. Im Winter schuf er seine Werke in seinem Wohnatelier in den Grindelhochhäusern. 1962 wurde der Künstler Zeuge der schlimmen Hamburger Flut und verarbeitet die Eindrücke in eindrucksvollen Tuschezeichnungen. Ein Bild aus der Serie „Schwarze Landschaft nach Sturm“ ist jetzt auch in der Galerie Beim Schlump zu sehen.
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Fast psychedelisch wiederum wirken die Bilder von Jacques Henri Roger (1942-2012). Der Pariser, der vier Jahrzehnte lang in Eimsbüttel lebte, ist mit zwei großformatigen Werken in der aktuellen Ausstellung vertreten. Insgesamt sind dort 45 Bilder von 15 Künstlern zu sehen.
Galerie Beim Schlump: bis 28.3., Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr, Beim Schlump 10

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