Von Symbolik zur Realität: Ausstellung über Kinder in der Kunst
Kinder in der Kunst – das reicht von Engeln bis zu ganz, ganz harten Realitäten. In der Kunstgeschichte war das Kind meist ein Symbol für Unschuld oder göttliche Reinheit. Der wahre Alltag interessierte nicht. Das hat sich heute grundlegend geändert. Die enorme Vielfalt des Themas beleuchtet die Ausstellung „Kinder, Kinder!“ im Bucerius Kunst Forum.
Mit der Aufklärung begann sich die Wahrnehmung zu ändern. Philosophen wie Jean-Jacques Rousseau beeinflussten eine neue Sichtweise: Die Kindheit wurde zunehmend als eigenständige Entwicklungsphase betrachtet. In der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts – bei Realisten wie Édouard Manet oder im Expressionismus – begann man, Kinder in ihrer Lebensrealität darzustellen.
Kinder in der Kunst: Vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart
Heute ist Kindheit ein heißes Thema und mehr denn je Teil gesellschaftlicher Debatten. Viele müssen in Armut leben, digitale Medien können fatale Auswirkungen haben – was bedeutet es, in so einer Welt aufzuwachsen?

Gezeigt werden Werke aus dem 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Adlige Kinder in Rüstungen oder mit steifen Halskrausen untermauern den Herrschaftsanspruch ihrer Klasse: Es sind kleine Erwachsene, die wir hier sehen, künftige Feldherren und Herrscher. Auch wurden Kinder als antike Götter dargestellt; im 17. Jahrhundert war es in den Niederlanden und in Spanien Mode, arme Kinder zu malen. Rineke Dijkstras Fotografien dagegen zeigen Teenager und ihre Smartphones – Bilder, die so ganz anders sind als die von früher.
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Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen; Führungen, Workshops und Diskussionen beleuchten weitere Aspekte. Spezielle Programme für Kinder, wie etwa das „Freund:innenbuch“, machen die Schau interessant für die ganze Familie.
Bucerius Kunst Forum: bis 6.4., tägl. 11-19, Do 11-21 Uhr, 9 Euro, buceriuskunstforum.de

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