Eine Frau rauft sich die Haare.

Ist Catherine (Georgiana Casbarra) genial? Foto: Stefan Kock

Vielleicht ein Genie, vielleicht nicht: „Proof“ am English Theatre

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Was hat Catherine von ihrem Vater geerbt? Die Genialität des angesehenen Mathematikprofessors? Oder seine psychische Erkrankung, die vor einigen Jahren ihrer beider Leben grundlegend veränderte? Robert musste seinen Beruf, sie ihr Mathe-Studium aufgeben, um ganz für den Vater da zu sein. Doch wie soll es nach dem Tod des am Ende völlig verwirrten Mathematikgenies nun für sie weitergehen?

Dieser Frage geht „Proof“ nach, das bereits 2005 mit Gwyneth Paltrow und Anthony Hopkins verfilmte Erfolgsstück von David Auburn. Am English Theatre inszenierte Clifford Dean das spannungsreiche Schauspiel. Berührend, intensiv und mit vier ausgezeichneten Charakterdarstellern, die ihre Figuren zu fesselnden Persönlichkeiten entfalten.

„Proof“ am English Theatre

Sehr stark: Georgiana Casbarra. Sicher balanciert sie auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn, verleiht der jungen Catherine eine seelische Tiefe, die gefangen nimmt.

Catherines Vater (Richard Ings) ist psychisch krank. Stefan Kock
Ein Mann sitzt an einem Gartentisch.
Catherines Vater (Richard Ings) ist psychisch krank.

Die Geschichte beginnt an ihrem 25. Geburtstag. Erschöpft hat sich Catherine in den Garten zurückgezogen. Doch die Vergangenheit meldet sich in Gestalt einer imaginären Figur: ihres Vaters Robert (Richard Ings). Er ist nicht der Einzige, der durch ihr gegenwärtiges Leben „geistert“. Im Haus sichtet Hal, ein übereifriger Student ihres Vaters, dessen Nachlass – und entdeckt einen bahnbrechenden mathematischen Beweis. Der stamme von ihr, behauptet Catherine. Und setzt damit ein Drama in Gang.

Von Clifford Dean berührend und sensibel inszeniert

Während der ehrgeizige, aber auch liebevolle Hal (Peter Dewhurst) noch an ihrer Hochbegabung zweifelt, steht für die praktische, aber ungeniale Claire (überfürsorglich und bevormundend: Katherine Bristow) bereits fest: Ihre jüngere Schwester zeigt erste Anzeichen einer geistigen Erkrankung.

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Am Ende muss Catherine lernen, zu vertrauen. Etwa Hal, der ihr klarmacht: Sie ist nicht ihr Vater, so ist es auch nicht bewiesen, dass sie seine Geisteskrankheit geerbt hat. Sie muss lernen, ihr Leben und ihr Liebesglück – zwischen Angst und Hoffnung – selbst zu gestalten.

English Theatre: bis 12.4., diverse Termine und Uhrzeiten, 29-42 Euro, Tel. 227 70 89, eth-hamburg.de

Der Plan7 vom 13. März 2026 MOPO
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