Eine Balletttänzerin und -tänzer beim Tanzen

Zum Finale wird „The Moon In The Ocean“ getanzt. Foto: © Kiran West

Vielfalt auf die Spitze getrieben: Das Hamburg Ballett zeigt gleich vier Stilwechsel

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Wie kriegt man 17 Tänzerinnen auf der Bühne in eine symmetrische Formation? Choreograf George Balanchine schaffte es. Seither ist die sogenannte doppelte Rautenform legendär, mit der seine berühmte „Serenade“ beginnt. Sie eröffnet den neuen vierteiligen Abend des Hamburg Ballett: „Fast Forward“.

Den schnellen Vorlauf hat sich Lloyd Riggins ausgedacht, Interims-Ballettdirektor der Company. Unter seiner Leitung zeigt das Ensemble vier verschiedene Werke aus einem Zeitraum von 90 Jahren, mit entsprechend unterschiedlichen choreografischen Handschriften.

„Fast Forward“ zeigt gleich vier Stücke

Balanchines Eröffnungsstück entstand 1934 für die damals frisch gegründete Ballettschule in New York und ist ein Paradebeispiel für Must-Haves angehender Tänzer:innen – sie tanzen quasi eine Art Nachschlagewerk jener Bewegungen, die sie im künftigen Beruf beherrschen müssen. Eine Handlung ist entbehrlich, what you see is what you get, nicht mehr und nicht weniger.

Nummer zwei des Abends ist ein „Totentanz“ des spanischen Choreografen Marcos Morau. Darin streben die Tanzenden nicht mit Spitzenschuh in die Höhe – wie sonst typisch fürs Ballett –, sondern verleugnen ihr Körpergewicht nicht und agieren in Absatzschuhen.

Vielfalt des heutigen Bühnentanzes

In der Tanzszene Frankreichs ist Angelin Preljocaj eine feste Größe, in Deutschland kann er noch entdeckt werden. Seine Kreation „Annonciation“ – auf Deutsch „Verkündigung“ – thematisiert die Mitteilung des Erzengels Gabriel an Maria, dass sie in Kürze Jesus gebären wird. Hierfür braucht es nur zwei Tänzerinnen: den weiblichen Engel und Maria. Deren Begegnung lässt er von Musik wie zerbrechendem Glas und einer Komposition von Antonio Vivaldi begleiten.

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Das Finale heißt „The Moon In The Ocean“ und ist eine Weltpremiere der chinesischen Choreografin Xie Xin. Zwischen Mond und Meer gibt es mehr Verbindungen als Ebbe und Flut; die Künstlerin bezieht sich in ihrem Werk auch auf poetische Bilder, wie die Spiegelung des Mondes auf dem Wasser.

Lloyd Riggins möchte dem Publikum die enorme Vielfalt des heutigen Bühnentanzes nahebringen. Und er ist stolz auf seine Company, die derart unterschiedliche stilistische Herausforderungen meistert.

Staatsoper: Premiere 22.2., 18 Uhr (16-195 Euro), weitere Termine: 25.2.-11.3., 19.30 Uhr (So 18 Uhr), Dammtorstr. 28, 6-109 Euro, Tel. 35 68 68, hamburgballett.die-hamburgische-staatsoper.de

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