Jack Bruce und Ana Torrequebrada im „Äther“-Teil von „Romantic Evolution/s“

Jack Bruce und Ana Torrequebrada im „Äther“-Teil von „Romantic Evolution/s“ Foto: © Kiran West

„Romantic Evolution/s“: Ein Abend, zwei Teile – und ein begeistertes Publikum

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Romantisch – ein aussterbendes Wort? Nicht im Ballett. Da gibt es sogar romantische Weiterentwicklungen, die vom 19. Jahrhundert ins Hier und Jetzt reichen: Der Abend „Romantic Evolution/s“ zeigt in der Staatsoper zunächst „La Sylphide“ – einen 200 Jahre alten Meilenstein der Tanzgeschichte. Und danach „Äther“ von Aleix Martínez, Choreograf und Erster Solist.

Neugierig erwartete das Publikum den ersten Premierenabend des Hamburg Ballett nach dem Weggang von Neumeier-Nachfolger Demis Volpi. Lloyd Riggins, künstlerischer Interims-Ballettdirektor, hatte die Idee, den Klassiker und eine Uraufführung zu kombinieren.

Ballett mit Fee und Luftgeist

Sylphiden sind fantasierte Luftgeister, die sterben müssen, wenn sie ihre Flügel verlieren. Genau das passiert im märchenhaften Ballett: Ein schottischer Bauer verliebt sich am Tag seiner Hochzeit in eine solch’ flatterhafte Fee und verlässt ihr zuliebe seine Braut.

Umarmen aber darf er sie nicht. Mit einem Schal könne er sie einfangen, verspricht eine Hexe, und hat gleich ein vergiftetes Exemplar parat. Die Sylphide stirbt, von Ida Praetorius ätherisch leicht verkörpert.

„Äther“ spinnt den Gedanken im zweiten Teil des Abends weiter: Etwas um jeden Preis besitzen zu wollen, bedeutet nicht selten, es zu zerstören. Aleix Martínez zeigt das am Beispiel unseres Planeten: Menschen beherrschen die Erde und zerstören dabei die Natur. Zeitgemäß tanzt bei ihm neben der weiblichen Fee auch ein männlicher Sylpho.

Staatsoper: Premierenabend begeisterte das Publikum

Seine Choreografie erzählt keine Geschichte, macht sein Anliegen dennoch durch eindrückliche Bilder und Begegnungen klar: Ein tanzender Derwisch erinnert an die Vergänglichkeit materieller Werte.

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Das Hamburg Ballett meistert bei der Premiere sowohl das historische Werk mit dem speziellen Stil und der passenden Technik als auch die sehr persönliche Bewegungssprache seines Kollegen. Sehenswertes Museumsstück trifft zeitgenössische Kunst – viel Applaus für den tollen Abend. 

Staatsoper: 12./16./17.12., 8./9.1., 19.30 Uhr, Dammtorstraße, 7-129 Euro, Tel. 35 68 68, hamburgballett.die-hamburgische-staatsoper.de

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