Musik im Dunkeln: Das wird intensiv und sehr sinnlich
So kennt man das: Im Konzertsaal schauen alle nach vorn, dorthin, wo die Musik spielt. Was aber, wenn es da gar nichts zu sehen gibt? „Musik im Dunkeln“ ist ein besonderes Konzert, eine intensive sinnliche Erfahrung, ermöglicht von MenscHHamburg e. V.
Kein Gesang ohne Gesten, keine Live-Musik ohne Bühnenshow – normalerweise. Doch genau darauf verzichtet dieser Abend: Es geht allein ums Hören, ohne Ablenkung, ganz konzentriert. Das verspricht sowohl für ein sehendes und sehbehindertes Publikum als auch für die Künstler:innen auf der Bühne eine neue Erfahrung. Mit dabei sind Anna Depenbusch, Enno Bunger, Lotto King Karl, Miss Allie, Sebastian Krumbiegel und Rolf Zuckowski, weitere Überraschungsgäste möchten verständlicherweise überraschend bleiben. Lars Meier von der „Gute Leude Fabrik“ übernimmt die Begrüßung, NDR-Moderatorin Julia Westlake führt durch den Abend.
Kein Licht im Saal, aber viele spannende Acts auf der Bühne
Damit die begleitenden Musiker:innen sich auf ihren Instrumenten zurechtfinden, wird es etwas Licht auf der Bühne geben, das indes filtert ein Vorhang an der Rampe. Ganz im Sinne der Barrierefreiheit übersetzt ein Gebärdendolmetscher die Liedtexte, (und ja, auch er braucht ein wenig Beleuchtung), denn bekanntermaßen nehmen auch schwerhörige Menschen und sogar Gehörlose Musik über andere Sinnesreize wahr: Sie fühlen Töne. Diese Chance eröffnet sich bei dem Konzert in relativer Dunkelheit allen Anwesenden.
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Sämtliche Künstler:innen verzichten auf ihre Gage. So kann der gesamte Erlös dem Dialoghaus Hamburg in der Speicherstadt zugutekommen, einem Ort, der seit mehr als 25 Jahren mit dem „Dialog im Dunkeln“ ein Zeichen für Inklusion setzt: Dort führen blinde Guides Sehende durch eine Welt, in der das wichtigste menschliche Sinnesorgan keine Rolle spielt. „Musik im Dunkeln“ lädt zu einer ähnlichen Erfahrung ein: keine optischen Reize, dafür eine intime Nähe in einer Atmosphäre des puren Zuhörens.
Laeiszhalle: 16.3., 19 Uhr, Karten für 49-69 Euro

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