Ein Kunstwerk zeigt einen Tiger vor dem Hintergrund einer glühenden Sonne.

Der Tiger – ein zentrales Element in Nyens Kunstwerken Foto: Ho Tzu Nyen

Meister des Metaphorischen: Die beeindruckenden Werke von Ho Tzu Nyen

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Ho Tzu Nyen, 1976 in Singapur geboren, ist in Deutschland bislang wenig bekannt. Dennoch widmet die Kunsthalle ihm eine Einzelausstellung. Und diese lohnt sehr, denn „Time & the Tiger“, so der Titel, hat mehr mit uns zu tun, als wir auf den ersten Blick denken.

Wir und das Fremde: „Time & the Tiger“ ist ein Erlebnis – eine Mischung aus Rätsel, Traum und Kino, doch mit einem ganz realen Hintergrund: Ein zentrales Thema in Ho Tzu Nyens Werk ist die Auseinandersetzung mit Geschichte – vor allem mit der Singapurs und Südostasiens. Der Künstler taucht ein in historische Mythen, koloniale Erlebnisse und postkoloniale Transformationen. Dabei verwendet er moderne Technologien und digitale Medien, um alte Erzählungen in neue, interaktive und immersive Formen zu übersetzen.

Ausstellung nimmt Besucher auf eine Zeitreise

Und die Ausstellung zeigt uns: Ho Tzu Nyen ist ein Meister darin, mit diesen Geschichten und Traditionen zu spielen. Er nimmt uns mit auf eine Zeitreise – von der Kolonialgeschichte Singapurs bis hin zu aktuellen globalen, popkulturellen Strömungen.

Ho Tzu Nyens berühmte Installation „Hotel Aporia“ Ho Tzu Nyen
Lichtinstallation
Ho Tzu Nyens berühmte Installation „Hotel Aporia“

Für europäische Besucher bietet Ho Tzu Nyen eine spannende Erweiterung des eigenen Horizonts: Seine Kunst erlaubt es, nicht nur über die spezifische Geschichte Singapurs, sondern auch über allgemeine Fragen der Erinnerung, der nationalen Identität und der globalen Machtverhältnisse nachzudenken.

Installationen für Kunsthalle geschaffen

Vor allem ist Ho Tzu Nyen ein Alleskönner: Er wirkt als bildender Künstler, Schriftsteller, Theater- und Filmemacher, arbeitet mit einer Vielzahl von Medien und findet seine Inspiration in europäischen Renaissance-Gemälden genauso wie im asiatischen Schattenspiel und in der Pop-Gegenwart. Das Werk „Hotel Aporia“ aus dem Jahr 2019 etwa, thematisiert den Einfluss des japanischen Imperialismus in Asien während des Zweiten Weltkriegs. Der Tiger ist eine zentrale Figur, eine Metapher für die komplexe Beziehung zwischen Mensch, Natur und Kultur.

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Es gibt verschiedene große Installationen, davon zwei eigens für die Kunsthalle geschaffen. Diese Ausstellung ist so dicht, so überraschend, so voller Energie – sie nimmt uns mit auf eine Reise, die man so schnell nicht vergisst.

Kunsthalle: Bis 12.4., Di-So 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr, Eintritt 16 Euro, hamburger-kunsthalle.de

Der Plan7 vom 28. November 2025 MOPO
Der Plan7 vom 28. November 2025
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