„Liminalities“ auf Kampnagel: Das Festival für mehr Sichtbarkeit
Was hat Erosion mit Erotik zu tun? Das Geheimnis lüftet Simone Aughterlony in der Performance „Hand Job“: Hände werden auf zwei Drehscheiben gelegt, hier an formbarem Material, dort am nackten Menschen. Ein Zuviel an Berührung hat sichtbare Folgen. Die halbstündige Show eröffnet jetzt das viertägige Festival „Liminalities“ auf Kampnagel.
Das Festival beschäftigt sich nach der Erstausgabe 2025 nun erneut mit Schwellenzuständen (Liminalitäten) zwischen den Geschlechtern. Alle eingeladenen Künstler:innen haben eins gemeinsam: Sie wehren sich gegen die sogenannte „natürliche Ordnung“, es gäbe ausschließlich männliche und weibliche Menschen. Als Plattform für trans*-Sichtbarkeit setzt das Hamburger Festival klare Zeichen für queere Rechte, mit Bühnenwerken und bildender Kunst aus der Schweiz, Großbritannien und den USA.
„Liminalities“ setzt ein klares Zeichen für queere Rechte
„Walking With Stardust“ erinnert an die afroamerikanische Trans-Künstlerin Angie Stardust – einst Star im Pulverfass, später Hausherrin in Hamburgs „Angie’s Nightclub“. Emma Frankland fantasiert in „No Apologies“ über die Geschlechtsidentitäten von Kurt Cobain sowie seiner Frau Courtney Love und führt das Publikum musikalisch zurück zum Nirvana-Konzert aus dem Jahr 1993.
„Blood Show“ von Ocean Stefan hält, was der Titel verspricht: 75 Liter Kunstblut fließen in einem Kampf zweier Menschen, der von einer Kraft außerhalb ihrer selbst manipuliert wird – so wie nicht eindeutig lesbare Körper oft mit Blicken belästigt oder mit Gewalt malträtiert werden.
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Cassils aus New York City stellt den eigenen Körper für Selbstversuche zur Verfügung und entwirft ein „Incontrovertible Being“ (Unumstößliches Wesen). Mit dem Feuer spielen Beth Stephens & Annie Sprinkle, dabei entwickeln sie aus persönlicher Erfahrung eines Waldbrands den ökosexuellen Notfall: „Playing With Fire – An Ecosexual Emergency“. Zwischen Erotik und Sex – 16 Jahre sollte das Publikum schon sein.
Kampnagel: 23.-26.4., div. Zeiten, ab 9 Euro (und bei ausgew. Veranstaltungen „pay as much as you feel“), kampnagel.de

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