Lesung mit Eric Pfeil: Hier ist nicht alles Dolce Vita
„Der Blick nach Italien lohnt für uns Deutsche immer. In Italien kennt man die Krise schon lange, man erlebt sie dort als Dauerzustand. Doch der Umgang damit ist ein anderer“, hat Popkultur-Autor Eric Pfeil herausgefunden. Mit den zwei Bestseller-Büchern „Azzuro“ (2022) und „Ciao Amore, Ciao“ (2024) brachte er Lesern mit jeweils 100 Songs das Land und seine Brüche näher und versüßte uns gleichzeitig die Sommer.
In seinem neuen Werk „Hotel Celentano – Sommerreise durch ein anderes Italien“ (Kiepenheuer & Witsch), das abermals als erzählter Reiseführer funktioniert, geht es viel um Film und noch mehr ans Eingemachte: Diesmal bringt Pfeil – immer auf der Suche nach dem Schlüssel zur italienischen Leichtigkeit – auch wenig besungene Lokalitäten auf die Karte.
Eric Pfeil ergründet in „Hotel Celentano“ Italien auf ganz eigene Weise
Es sind Orte aus der italienischen Popkultur der Nachkriegszeit, darunter Filmsets, Villen und Urlaubsdomizile von Ikonen wie Sophia Loren, Marcello Mastroianni, Federico Fellini und Claudia Cardinale. Und klar, es geht auch um den Kult-Protagonisten im Buchtitel. „Die Figur Adriano Celentano ist ein beispielhafter Charakter für das Land, die Widersprüche vereint, die den Norden und den Süden vereint, das Rebellische und das Konservative“, findet Pfeil.
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Auch in seinen Songs arbeitet sich Celentano an so ziemlich allem ab: von Inflation, über Auswüchse des Bau-Booms, Umweltschutz und Krieg bis hin zu schlechten Wohnverhältnissen. „Aber seine ernsten Seiten sind in Deutschland nicht populär, in Italien hingegen kennt man die sehr gut.“ Pfeil besuchte den Drehort des Celentano-Klassikers „Gib dem Affen Zucker“ (1981), den er mit zwölf erstmals gesehen hatte, und wurde einmal mehr zum staunenden Schwärmer. Zum Glück färbt das ab: Bei seinen Lesungen kommen alle ins Staunen und Schwärmen!
Nochtspeicher: 19.5., 20 Uhr, Karten für 20,50 Euro
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