Porträt einer Frau

Nur 6,3 x 4,9 Zentimeter groß: Heinrich Jakob Aldenraths Bild von Caroline Mohrmann (um 1815) Foto: Hamburger Kunsthalle/Birgitt Schmedding

Kleine Kunst, ganz groß: Miniaturkunstwerke in der Kunsthalle

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Ganz klein sind sie im Format, aber soooooooo groß in der Wirkung: In der Hamburger Kunsthalle sind jetzt unter dem Titel „For Your Eyes Only – Miniaturen der Romantik“ Miniaturkunstwerke zu sehen, die (ja, wirklich!) zu den großartigsten Artefakten menschlicher Bildkunst zählen, die man sich denken kann.

Die Blütezeit der Kunst der Miniaturmalerei war um 1800 bis in die 1840er Jahre: Gezeigt werden Bildnisse, die meist nur zwischen sechs und zehn Zentimeter groß waren, darunter auch Exponate, die mit Aquarell- und Gouache-Farben auf dünnen Elfenbeinplättchen gemalt wurden, teilweise noch mit Silberfolie hinterlegt.

Und warum das alles? Die meisten der etwa 250 ausgestellten Objekte erzählen eine ähnliche Geschichte: Sie wurden geschaffen und in kleine Rahmen, Broschen oder Etuis gefasst – damit die Besitzer einen geliebten Menschen immer bei sich haben konnten, sie konnten ihn so sogar direkt am Herzen tragen. Die Bildnisse waren also tatsächlich nur für ein weiteres Augenpaar bestimmt: For Your Eyes Only!

Bilder, die man am Herzen trug

Spannend: Viele dieser wunderbaren Stücke sind damals in Hamburg entstanden. Auch weil international bekannte Miniaturisten wie der Italiener Domenico Bossi oder der Schweizer Pierre-Louis Bouvier hier einige Zeit lebten und arbeiteten. Sie und andere Künstler und Künstlerinnen wie Heinrich Jacob Aldenrath, Friedrich Carl Gröger oder Ferdinand und Caroline Stelzner schufen Bilder, die uns den Atem stocken lassen. So viel Intimität! So viel Nähe! So viel Raffinement im kleinen Format! Es steckt eine solche Präzision in diesen Bildern!

Betrachten wir etwa Heinrich Jakob Aldenraths Porträt von Caroline Mohrmann, geschaffen um 1815, Aquarell und Gouache auf Elfenbein. Es ist nur 6,3 x 4,9 Zentimeter groß, doch es rührt uns so sehr an, weil der Künstler den Blick auf das Wesentliche fokussiert: Gesicht, Ausdruck, Augenblick.

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Diese winzigen Kunstwerke bieten Ruhe, Intimität und eine Materialität, die in unserer digitalen Welt selten geworden ist. Das bringt uns zum Staunen. Sie verbinden Geschichte, Handwerk und persönliche Bedeutung in einem kleinen, behutsam gestalteten Raum. Eine wirklich bewegende Ausstellung! Kleine Kunst, soooooooo groß.

Kunsthalle: bis 7.6., Di-So 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr (1. Do im Monat: Eintritt frei ab 18 Uhr), 18 Euro, hamburger-kunsthalle.de

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