Fünf Schauspieler tanzen auf der Bühne.

Sie spielen alle mal Olivier David, schlüpfen aber auch in andere Rollen (v. l.): José Barros Moncada, Oscar Hoppe, Tash Manzungu, Nina Carolin und Rune Jürgensen. Foto: Oliver Fantitsch

„Keine Aufstiegs-Geschichte“: Ernstes Thema, coole Performance

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Es tut sich was am Ernst-Deutsch-Theater. Mit Nachdruck treiben Daniel Schütter und Ayla Yeginer (das neue Leitungsteam des Hauses) voran, was Vorgänger-Intendantin Isabella Vértes-Schütter begonnen hat – die Öffnung des Theaters zu einem Ort der Begegnung für alle. Bestes Beispiel: „Keine Aufstiegsgeschichte“, geschrieben vom Journalisten Olivier David.

Der autobiografische Roman über Kindheit und Jugend in Hamburg erzählt, wie Armut zu Ausgrenzung, zu Stress und psychischer Erkrankung führt. Das Buch lieferte Regisseur Marco Damghani und seinem Ensemble die Basis zu einer „Stückentwicklung“, die auch ein erlebnisorientiertes Publikum begeistert, in dessen Leben Theater bisher kaum eine Rolle spielt.

Mitreißende Performance in moderner Sprache

Entstanden ist eine mitreißende Performance in moderner Sprache, mit Rap-Einlagen als erzählendem und die Atmosphäre prägendem Element (Musik: Oscar Hoppe), mit Videoeinspielungen, Sound- und Lichteffekten – direkt, kämpferisch und atemberaubend authentisch auf die Bühne gebracht von fünf Darstellerinnen und Darstellern.

Sie alle behaupten im Vorspiel: „Ich bin Olivier David.“ Jener Autor, der sich mit seiner Geschichte „hochgeschrieben“ und damit bewiesen hat: „Jeder kann es schaffen.“ Das meint zumindest der Geschäftsführer eines Kaufmannsbundes (klasse: Rune Jürgensen als zynischer Redner), der dem „Aufsteiger“ die Ehrenmedaille verleihen wird.

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Den für diesen Anlass passenden Anzug aufzutreiben, gelingt einem der Olivier-Spieler, für die anderen heißt es am Ende ihrer Szene: „Game over!“ Vorzeitig aus der Bahn geworfen sind sie auf unterschiedlichen Levels unterwegs: als Oliviers Mutter, seine alleinerziehende Schwester, als Kumpel, der in „Steili“ am Bramfelder See abhängt, oder als Mitglieder eines queeren Theaterensembles. Kurz: als Menschen, die – wie David – versuchen, einfach nur „den Kopf über Wasser zu halten“.

Ernst-Deutsch-Theater: bis 18.3. und wieder 15.-23.4., diverse Termine und Uhrzeiten, 25-45 Euro, Tel. 22701420, ernst-deutsch-theater.de

Der Plan7 vom 13. März 2026 MOPO
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