Intim, frech und einmalig: Das Gefühl für den richtigen Moment
Vor zehn Jahren gab Volker Hinz eine Liebeserklärung ab: „In Love With Photography“ hieß der 424 Seiten starke Band mit 371 Bildern, den er im Jahr 2015 veröffentlichte. Porträts waren die Spezialität des bekannten Hamburger Fotografen, der 2019 gestorben ist. Eine Auswahl seiner (häufig Schwarzweiß-)Arbeiten ist nun in der gleichnamigen Ausstellung der Galerie Freelens zu sehen.
„Konzentriert, intim, rotzfrech und zärtlich zugleich“ nennt der Journalist Peter-Matthias Gaede die Porträts Prominenter aus Sport, Politik und Kultur. Kolleginnen und Kollegen hielt Hinz besonders gern in Momentaufnahmen fest: Vor seiner Linse hatte er die bedeutendsten fotografierenden Zeitgenoss:innen – mit dabei F. C. Gundlach, Annie Leibovitz, Peter Lindbergh, Lee Miller, Irving Penn und Helmut Newton.
Volker Hinz’ Fotos jetzt in der Galerie Freelens
Manche Bilder entstanden bei offiziellen Begegnungen, andere im persönlichen Rahmen. Legendär wurde beispielsweise Volker Hinz’ Foto von Franz Beckenbauer und Pelé, das die beiden 1977 nach einem Fußballspiel gemeinsam und lachend in der Mannschaftsdusche zeigt – damals durften Fotografen den Sportstars offiziell in die Nasszellen folgen.

Fotografie war die große Leidenschaft des 1947 in Blankenese geborenen Volker Hinz; schon als junger Mann veröffentlichte er Bilder in Zeitungen. Ab 1974 arbeitete er für den „Stern“. Dessen Erscheinungsbild prägte er fast 40 Jahre maßgeblich mit, vor allem durch seine Fotoreportagen und Reiseberichte aus New York City, mit denen er sich einen internationalen Ruf erwarb.
Hinz: Fotografie ist „die Summe der Möglichkeiten“

Acht Jahre lebte und arbeitete er in der US-amerikanischen Metropole, reiste auch gern quer durchs Land, um eine bestimmte Berühmtheit zu fotografieren: Muhammad Ali in Los Angeles, die Sängerin Marianne Faithfull anlässlich eines Konzerts in Florida oder Bayerns Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, der 1980 zu Gast in Texas war.
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Fotografie sei „die Summe der Möglichkeiten“, sagte Hinz einmal über seine Berufung. Bis zu seinem Tod 2019 ergaben sich für ihn mehr als eine Million Möglichkeiten. Das phänomenale Erbe gab seine Witwe und Nachlassverwalterin Henriette Väth-Hinz ins Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Bildband und Ausstellung erlauben erneut einen Blick auf Volker Hinz’ persönliche, von entlarvendem Humor geprägte Sicht auf Menschen.
Galerie Freelens: bis 26.3., Mo-Do 10-18 Uhr, Fr 10-16 Uhr, Alter Steinweg 15, www.freelens.com

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