Szene des Stücks „Huul man nich, du leevst ja noch“

Jakob (Severin Mauchle, v.) musste sich in den letzten Kriegsmonaten verstecken. Wie geht es jetzt weiter? Foto: G2 Baraniak

In einer Zeit des Aufbruchs: Bewegendes Stück im Ohnsorg-Studio

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Hamburg, 1945. Der Krieg ist endlich vorbei, doch weite Teile der Stadt sind zerstört. Davon, wie sich vier junge Menschen in ihrem Alltag behaupten, erzählt die renommierte Autorin Kirsten Boie in ihrem Jugendroman „Heul doch nicht, du lebst ja noch“. Und den gibt es jetzt auch zum Ansehen. Die Uraufführung unter der Regie von Julia Bardosch im Ohnsorg-Studio: ein ergreifendes Erlebnis auf Hoch- und Plattdeutsch („Huul man nich, du leevst ja noch“).

Hermann, Max, Jakob und Traute erleben die erste Nachkriegswoche in der zerbombten Stadt: Hermann (Nico-Alexander Wilhelm) kümmert sich zu Hause um seinen kriegsversehrten Vater und sucht, wann immer möglich, das Weite. Zusammen mit Max (Linda Stockfleth), dessen Bruder im Krieg gefallen ist, spielt er zwischen den Trümmern Fußball. Und auch Traute (Sofie Junker) zieht es nach draußen. Die Tochter des Bäckers ist genervt von den zwangseinquartierten Mitbewohnern und der Enge in der Wohnung. Mit einem dem Vater gestohlenen Brotlaib „erkauft“ sie sich die Freundschaft der hungrigen „Kicker“.

Im Ohnsorg: „Huul man nich, du leevst ja noch“ nach Kirsten Boies Roman

Wie Nico-Alexander Wilhelm wechselte Severin Mauchle für dieses Theaterstück vom Schauspielhaus an die Studiobühne. Und kommt uns als Jakob so nah: Den Vater verloren, die Mutter in den letzten Kriegswochen deportiert, kauert der jüdische Junge in seinem Versteck. Erst als ihn der Hunger zwingt, in den Straßen nach etwas Essbarem zu suchen, erfährt er, dass der Krieg vorbei ist. Ein Hoffnungsschimmer tut sich auf: Vielleicht hat seine Mutter überlebt und kehrt zurück?

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Eindringlich zeigt das Quartett – zu sehen in einer Vielzahl weiterer Rollen – Menschen, die gegen Angst, Schuld und Trauer um eine friedliche Zukunft ringen. Ihre Geschichten sollten uns aufhorchen lassen.

Ohnsorg-Theater/Studio: bis 12.4., diverse Zeiten, ab 31,81 Euro, ohnsorg.de

Der Plan7 vom 13. März 2026 MOPO
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