Ein Mann sitzt im Schneidersitz neben einer Frau, die an einem Beet arbeitet.

Bei seiner Mutter (Marion Martienzen) kann sich Joachim (Georg Münzel) erholen. Auch ihre Freundinnen aus dem Chor tragen dazu bei.  Foto: Caren Detje Photographie

Hymne an das Leben: „Man kann auch in die Höhe fallen“ am Altonaer Theater

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Dieser Theaterabend ist vor allem eines: ein großes lebensbejahendes Vergnügen. Mit „Man kann auch in die Höhe fallen“ feiert das Altonaer Theater seinen mittlerweile vierten Erfolg mit der Bühnenversion eines Bestsellers von Joachim Meyerhoff. Dabei beginnt die autofiktive Story um den gefeierten Schriftsteller und Theaterstar mit dessen jähem Sturz aus seinem normalen Alltag – einem Schlaganfall, den Meyerhoff Ende 2018 in Wien erlitt – alles andere als heiter.

Die Nachwirkungen sind gesundheitliche Einschränkungen und Ängste. Sie verbauen den Weg zurück in die Normalität, behindern seinen künstlerischen Neubeginn in Berlin. Die Rettung aus Reizbarkeit und Überforderung, tiefer Erschöpfung und massiver Schreibblockade heißt: Flucht aus der hektischen Großstadt. Ein ausgedehnter Besuch bei seiner über 80-jährigen Mutter auf dem Land in Schleswig-Holstein – das ist es, was er braucht.

Altonaer Theater: Pralles Bühnenerlebnis

Die anekdotenreiche Inszenierung von Lea Ralfs lebt von zwei großartigen Darstellern: Georg Münzel und Marion Martienzen als energiegeladene, bodenständige und lebenskluge Frau. Eine Mutter zum Gernhaben. Mit Whisky, regelmäßigem Schwimmen in der Ostsee und Massagen hilft sie ihrem Sohn wieder auf die Füße.

Als Alter Ego des Autors Joachim Meyerhoff spielt Georg Münzel den Künstler in der Krise zwischen aufgekratzter Verzweiflung und selbstironischer Tragikomik. Diese humorvoll-groteske Übersteigerung zeigt sich besonders im zweiten Teil der Aufführung. Wenn Joachim, dank seiner selbstverordneten Genesungskur bei Mama, zum Spaß am Schreiben eines neuen Romans zurückfindet, in Erinnerungen an Theatermomente schwelgt und diese lebendig werden lässt.

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Dazu bilden Laiendarstellerinnen, gecastet aus Hamburger Seniorenchören wie Älter&Besser, „Heaven Can Wait oder dem Motte-Chor, einen Kreis enger Freundinnen, die mit Joachims Mutter im Chor der Domkantorei Schleswig singen. Pralles Bühnenleben.

Altonaer Theater: bis 27.6., diverse Termine und Uhrzeiten, 24-43 Euro, Tel. 39 90 58 70, altonaer-theater.de

Der Plan7 vom 27. Mai 2026 MOPO
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