Hochkaräter auf den Bühnen: Das Theaterfestival bringt Schauspiel-Stars nach Hamburg

Tränen laufen über das Gesicht einer Frau in einem roten Kleid.
Beeindruckend: „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ mit Stefanie Reinsperger (Thalia, 9./10.6.)

Theaterfans haben es in Hamburg nicht so schlecht: Schauspielhaus und Thalia, Kampnagel und freie Szene, die Kiez- und etliche weitere Privatbühnen versorgen uns mit einem vielfältigen Menü an Schauspielkunst. Aber Hamburg ist keine Insel, und auch außerhalb der Stadtgrenzen passieren tolle Dinge. Wie schön, dass das Theaterfestival zumindest acht Produktionen zu uns einlädt. Dabei treffen wir auf das eine oder andere bekannte Gesicht – auch schon gleich zum Auftakt an diesem Wochenende.

Regisseur Kirill Serebrennikow – in den vergangenen Jahren ein prägender Künstler am Thalia-Theater – bringt ebendort sein Düsseldorfer Spektakel „Der Schneesturm“ zur Aufführung. Darin geht es um ein Zombie-Virus und den Versuch, die Bevölkerung zur Impfung dagegen zu animieren. Und es gibt Schnee, viel Schnee und noch mehr Schnee – brrrr! (23./24.5.) Ebenfalls aus Düsseldorf humpelt der Shakespeare’sche Antiheld „Richard III.“ auf die Bretter, die die Welt bedeuten (in diesem Fall das Schauspielhaus), und zwar in Form des „Polizeiruf“-Kommissars André Kaczmarczyk. Das Besondere an dieser Inszenierung: Nur Frauen umgeben den Bösewicht, denn sie sind von seinen Schandtaten besonders betroffen (27./28.5.).

Theaterfestival: Acht gefeierte Stücke in vier Wochen

„Richard III“: spannende Inszenierung von Evgeny Titov mit u.a. André Kaczmarczyk (l.; Schauspielhaus, 27./28.5.)
„Richard III“: spannende Inszenierung von Evgeny Titov mit u.a. André Kaczmarczyk (l.; Schauspielhaus, 27./28.5.)

Jan Bosse inszeniert das Stück „Der Fall McNeal“ des gefeierten amerikanischen Dramatikers Ayad Akhtar, und Joachim Meyerhoff spielt dort die Hauptrolle eines krisengeschüttelten Autors (Schauspielhaus, 3./4.6.). Das Berliner Ensemble bringt „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ ins Thalia-Theater (9./10.6.), während das Residenztheater München im Schauspielhaus eine poppige Version von „Romeo und Julia“ spielt (10./11.6.).

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Bei den letzten drei Stücken wird es existenziell-düster: Max Simonischek inszeniert und spielt Franz Kafkas Geschichte „Der Bau“ als Kammerspiel (St. Pauli-Theater, 12./13.6.). Jens Harzer glänzt als Oscar Wilde im Thalia-Theater (14./ 15.6., leider ausverkauft). Und im Auditorium der Bucerius-Law-School kommt es zu einem theatralen Prozess: Peter Weiss’ „Die Ermittlung“ dramatisiert den Frankfurter Auschwitz-Prozess, in dem Deutschland und die Welt Anfang der 60er Jahre eindringlich mit den Nazi-Verbrechen konfrontiert wurden (20./21.6.).

Hamburger Theaterfestival: 23.5.-21.6., Infos unter www.hamburgertheaterfestival.de

Der Plan7 vom 22. Mai 2026
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