Musikerinnen und Musiker des Philharmonischen Staatsorchesters laufen auf den Eingang des „Schmidts Tivoli“ zu.

Elphi und Staatsoper? Diesmal nicht! Für diese Musikerinnen und Musiker des Philharmonischen Staatsorchesters geht’s jetzt ins Schmidts Tivoli. Foto: Morris Mac Matzen/Tivoli/Staatsoper Hamburg

Hier trifft Kiez auf Klassik: „Peter und der Wolf“ wird zum Rotlicht-Krimi

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Es war einmal … ein Musikmärchen für Kinder: „Peter und der Wolf“ komponierte Sergej Prokofjew einst für seine Söhne. 90 Jahre später wird daraus „True Crime“ aus dem Hamburger Rotlichtmilieu: „Peter und der Wolf von St. Pauli“ ist ein musikalischer Krimi.

Und der erzählt die wahre Geschichte vom Wiener-Peter, einem skrupellosen Zuhälter, und seinem „Wolf“, dem Auftragsmörder Werner Pinzner, Spitzname Mucki. In den 80er Jahren ermordete Pinzner mindestens fünf Konkurrenten seines Auftraggebers, darunter „Lackschuh-Dieter“ und „Corvette-Rolf“, und veränderte die Kiez-Szene nachhaltig. Bis dahin waren Revierkämpfe mit den Fäusten ausgetragen worden.

Historischer Kriminalfall wird zu einem Stück Musiktheater

Besonders spektakulär inszenierte der Killer seinen Abgang: Im Polizeipräsidium erschoss er 1986 seine Frau, den Staatsanwalt und sich selbst.

Eine der aufsehenserregendsten historischen Kriminalakten Deutschlands verwandeln drei kreative Köpfe nun in ein Stück Musiktheater: Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber, Journalist Axel Brüggemann und Martin Lingnau, Komponist und künstlerischer Leiter der Schmidt-Theater, rekonstruieren den Fall anhand von Original-Dokumenten, Zeugenaussagen, Fotos und Filmen.

„Peter und der Wolf“: Kiez trifft Klassik

Für das Projekt findet zusammen, was sonst selten Gemeinsamkeiten kultiviert: Unterhaltungsbranche und Hochkultur oder kurz „Kiez trifft Klassik“! Es ist der Anfang einer ungewöhnlichen Initiative, die unter dem Motto „Frack Off. Zwei Welten. Eine Bühne“ weitere Kooperationen folgen lassen will.

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Für „Peter und der Wolf von St. Pauli“ spielen Musiker:innen des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg und Darsteller:innen des Schmidt-Theaters erstmals zusammen. Geblieben ist Prokofjews weltberühmte Musik im Original, die es schafft, durch Klangfarben bestimmter Instrumente sämtliche Akteure zu charakterisieren – sei es Wolf oder Killer.

Schmidts Tivoli: 1.3. (Uraufführung) 2., 4., 18.3., 19 Uhr, Karten ab 49,90 Euro, Tel. 31 77 88 99, tivoli.de

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