Helden im Hintergrund: Wer waren die Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen?
In der langen Geschichte der Menschheit wurde nach Kriegen meist kurzer Prozess gemacht: Die Sieger brachten die Verlierer ohne viel Aufhebens um. Zack! Nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch geschah etwas völlig Neues. Die Nazi-Kriegsverbrecher wurden in Nürnberg auf die Anklagebank gesetzt. Mit der rechtsstaatlichen öffentlichen Aufarbeitung setzte die Weltgemeinschaft ein Zeichen: Zivilisation gegen Barbarei.
Es gab viele Protagonisten, aber eine Gruppe wird erst 80 Jahre nach Beginn der Nürnberger Prozesse mit dieser Ausstellung gewürdigt. Ohne die unermüdliche Arbeit der Dolmetscherinnen und Dolmetscher wäre die multinationale Mammutveranstaltung gar nicht möglich gewesen. Sie übersetzten die Anklagen, Einlassungen, Ausflüchte und Plädoyers in jeweils drei andere Sprachen, denn der Prozess wurde auf Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch abgehalten.
Biografien über die Dolmetscher
Auf der Veddel erfahren wir mehr über die Biografien der – meist jungen – Sprachbegabten, außerdem sind Exponate von damals zu sehen. Dazu markierten die mehr als 200 Sitzungstage den Beginn des Simultandolmetschens überhaupt. Auch darauf geht die Ausstellung ein. Sie zeigt, wie wichtig der Beruf ist und weiterhin sein wird. Auch, wenn die KI einen Teil des Kuchens abbekommen möchte. Den „Human Touch“ ersetzt sie nicht.
Auswanderermuseum Ballinstadt: bis 20.1., Eintritt im normalen Ticket (ab 7,50 Euro) inbegriffen, Infos unter www.ballinstadt.de

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