Hamburger Chor „Heaven Can Wait“: Auf die Bühne? Jetzt erst recht!
Aus der Trotzphase sind sie eigentlich raus, doch das Motto ihres aktuellen Konzerts klingt nach eigensinnigen Teenagern: „Jetzt erst recht“! Und genau so singen sie auch. Der Hamburger „Heaven Can Wait“-Chor räumt seit mehr als zehn Jahren lustvoll mit Vorurteilen über Senioren auf.
Der Himmel kann warten. Währenddessen amüsieren sich die 35 Sängerinnen und Sänger auf irdischen Bühnen, typischerweise mit aktuellen Hits und Songs, die ihre Enkel gerade hören. Mit Jan-Christof Scheibe als Chorleiter bekommen die bekannten Lieder einen neuen Klang – und eine eigene, der geballten Lebenserfahrung geschuldete Interpretation.
Zum ersten Mal präsentiert der „Heaven Can Wait“-Chor eigene Songs
Immerhin bringen es die kraftvoll singenden Senioren im Alter zwischen 70 und 93 auf insgesamt mehr als 2000 Jahre Reife. Und der Hamburger Kabarettist und Komponist Scheibe – hier Arrangeur und Animateur in einer Person – passt jeden Song den ihm zur Verfügung stehenden Stimmen an. Auf die Idee zur Gründung des Chors brachte ihn übrigens seine Mutter: Evamarie Scheibe gehört seit der ersten Probe 2013 als leidenschaftliche Sängerin dazu.
Neu im aktuellen Programm sind erstmals selbst komponierte und getextete Beiträge mit Themen, die in der Popmusik selten zu hören sind: Tod, Glück und der Sinn des Lebens.
Weit über Hamburg hinaus geliebt
Geliebt wird der inzwischen weit über Hamburg hinaus bekannte Chor insbesondere wegen der lebendigen Vortragsweise: Niemand steht nur im Scheinwerferlicht, alle grooven, wippen, tanzen, den aktuellen Abend choreografierte Susanne Hayo für die jungen Alten. Immer transportiert die auch schon in der Abkürzung „HCW“-Chor populäre Singgemeinschaft Herzblut und Humor über die Rampe zum Publikum.
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In ihren farblich aufeinander abgestimmten Outfits singen sie nicht nur mehrstimmig, sondern unterstützen als Gruppe auch Soloeinlagen ausgewählter Talente. Manchmal muss ein Song als Rausschmeißer herhalten: „One Day Baby We’ll Be Old“ – wann das wohl sein wird …
St. Pauli-Theater: 4./6./7.5., je 19.30 Uhr, 5.5., 20 Uhr, 38-64 Euro, Tel. 47 11 06 66, st-pauli-theater.de

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