Ohnsorg-Theater: Ein Zettel mit der Aufschrift „Ruhe“ hängt über einer Frau.

Verkehrte Welt im Ohnsorg-Theater: Die Jungen wollen ihre Ruhe, die Alten lassen’s krachen. Foto: Sinje Hasheider

Grünschnäbel gegen Boomer: „Wi sünd de Ne’en“ basiert auf Erfolgsfilm

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Unterhaltung, so amüsant, bunt und kurzweilig, wie man sie sich nur wünschen kann: Das schafft das Ohnsorg Theater mit „Wi sünd de Ne’en – Wohngemeinschaften“ um eine fröhliche Rentner-WG.

Agil, aber arm schlittern Anne, Johannes und Eddi ins Alter. Aus finanzieller Not lassen sie ihre Wohngemeinschaft aus der „guten alten“ Studentenzeit wiederaufleben.

Mit viel Glück finden die drei Alt-68er, die sich eine eigene Bleibe auf dem umkämpften Hamburger Wohnungsmarkt kaum mehr leisten können, trotz lächerlicher Verdienstnachweise eine „Bude“. Lautstark geben sie hier zwischen wild zusammengewürfeltem Uralt-Mobiliar (Bühne: Stephanie Kniesbeck) ihrer Vergangenheit einen Raum.

Stück über zwei grundverschiedene WGs

Doch nicht nur ihr erneutes Zusammenleben steckt für die feier- und diskutierfreudigen Studenten von gestern voller Tücken. Mächtig gestört ist auch das Verhältnis der Rockmusik liebenden Oldies zur Wohngemeinschaft über ihnen: Mit Besenstielklopfern verlangen die drei jungen arroganten Spießer-Studenten ihre Ruhe. Boomer gegen Grünschnäbel, die jeden Kontakt zur „Tattergreis-WG“ rundweg ablehnen …

Eine große Freude: das tolle Ensemble, das mit sichtlichem Spaß an den Rollen, schön zugespitzt eigenwillige Charaktere mit ihren Macken, Stärken und Schwächen zeigt.

Ohnsorg-Bühnenfassung nach Erfolgsfilm

Der mittellose Jurist Johannes (Ole Schloßhauer), stets mehr am Recht als am Geld interessiert, wagt als Erster den Schritt auf die Jungen zu. Er hilft der mit dem Jura-Studium hoffnungslos überforderten Katharina (Nele Larsen) im Examensstress.

Und bald folgen ihm die anderen: Schleiereulen-Expertin Anne (Birte Kretschmer) hilft dem rückgratgeplagten Kontrollfreak Niklas (Flavio Kiener), Frauenheld Eddi (Konstantin Graudus) rät der liebeskranken Barbara (Lara Maria Wichels) zu mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit „Mannslüüd“.

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Ohne aktuelle Bezüge zu ignorieren, inszenierte Nora Schumacher (von ihr stammt auch die Bearbeitung der Bühnenfassung nach dem Erfolgsfilm „Wir sind die Neuen“) den Generationenstreit auf komödiantisch leichte Weise.

Ohnsorg-Theater: bis 10.1.2026, diverse Termine und Uhrzeiten, ab 33,04 Euro, Tel. 35 08 03 21, ohnsorg.de

Der Plan7 vom 7. November 2025 MOPO
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