Mehrere Menschen stehen in einer Szene aus „Im weißen Rössl“ um einen Mann herum.

Kaiser Franz Josef (Toni Slama, 2.v.r.) wundert sich über die anderen Gäste. Foto: Kerstin Schomburg

Glänzend aufpoliert: „Im weißen Rössl“ im Hansa-Theatersaal

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Der Zauber der Operette lebt im plüschigen Ambiente des Hansa-Theatersaals, so prächtig wie die Kunstgeranien vor dem Balkonzimmer des Hotels „Im weißen Rössl“. Liederabend-König Franz Wittenbrink inszenierte die wohl berühmteste Operette der 30er Jahre als hinreißend leichte, charmant-ironische Revue, versehen mit Spitzen gegen Massentourismus und Abzocke. Aufmerken lässt auch die musikalische Modernisierung: Das fabelhafte White Horse Orchestra präsentiert die Evergreens, erweitert um jazzige Arrangements und schnelle Wechsel der Rhythmen.

Vor einer Bergwelt-Idylle (Bühne: Miriam Busch) herrscht Hochbetrieb: Im Hotel der geschäftstüchtigen „Rössl“-Wirtin Josepha Vogelhuber urlauben nach Erholung suchende Großstädter. Aber auch Kaiser Franz Josef II. (Toni Slama) schaut vorbei. „Es hat mich sehr gefreut“, versichert der hohe Besuch der feschen Josepha.

Susanne Jansen spielt die resolute Chefin, die so gar nichts übrig hat für den Herzschmerz des in sie verliebten Kellners Leopold. Facettenreich zeigt Michael Rotschopf den zurückgewiesenen Charmeur als zutiefst verletzten, sehnsuchtsvollen Menschen („Es muss was Wunderbares sein“).

Charmant, ironisch und zeitgemäß

Resolut: „Rössl“-Chefin Josepha (Susanne Jansen) Kerstin Schomburg
Szene aus dem Stück „Im Weißen Rössl“
Resolut: „Rössl“-Chefin Josepha (Susanne Jansen)

Der Star des Singspiels mit herrlichen Duetten und vielen Tanzeinlagen? Das gesamte Ensemble, mit gesangsstarken Darstellerinnen und Darstellern, die ihre Figuren jederzeit ernst nehmen. Darunter Michael Prelle, herrlich in der Paraderolle des miesepetrigen Berliner Trikotagefabrikanten Giesecke und schwer genervt vom Trachten-Terror am Wolfgangsee.

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Das „Weiße Rössl“ am Steindamm: eine freche Revue mit jodelnder Postbotin (Sabrina Ascacibar), jedoch jenseits aller Heimatseligkeit. So kann sich die Operette sehen lassen!

Hansa-Theatersaal: bis 3.5., diverse Termine und Uhrzeiten, 55,90-79,90 Euro, Tel. 47 11 06 44, hansa-theater.de

Der Plan7 vom 27. März 2026 MOPO
Der Plan7 vom 27. März 2026
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