Plan7

Gegensätzliche Blicke auf die Welt: „Echo“ – Ausstellung eines Künstlerpaars

Mehrere Figuren vor Dorfhäusern, im Vordergrund zwei Schwäne und eine Mühle.
Bei seinem Bild „Zustrom“ mischt Neo Rauch Realismus und Surrealismus; eine Deutung gibt er nicht vor.

„Echo“: Im Barlach-Kunstmuseum in Wedel sind Bilder des Künstlerpaars Rosa Loy und Neo Rauch zu sehen.

Männer können aufatmen. So schlimm wird sie nicht, die Gleichberechtigung, wenn sie denn mal kommt. „Gleichberechtigung heißt nicht, Männer zu diskriminieren“, sagt die Künstlerin Rosa Loy, die man gemeinhin der Neuen Leipziger Schule zurechnet. Auch wenn das, was sie als Künstlerin erschafft, sich gängigen Kategorien von Schulen und Traditionen eher entzieht.

Rosa Loy ist eine Künstlerin, der man nachsagt, sie hole „das Weibliche“ auf die Leinwand. Doch was ist das, „das Weibliche“? Vor allem heute, in Zeiten, in denen ständig von der Durchlässigkeit der Geschlechtsidentitäten gesprochen wird?

Ausstellung von Rosa Loy und Neo Rauch in Wedel zu sehen

Auch solche Fragen stellen wir uns in der Ausstellung im Barlach-Kunstmuseum Wedel, wo ihr Werk und das ihres Mannes Neo Rauch derzeit gezeigt wird. Neo Rauch ist der Bekanntere der beiden, ein internationaler Maler-Star der Neuen Leipziger Schule. Rosa Loy liebt es, die Betrachter ihrer Arbeiten mit existenziellen Fragen zu konfrontieren, mit Urängsten und Träumen, mit dem Unbewussten, mit Fragen nach Leben und Tod. Die surrealistische Kunst, die sich mit der Visualisierung von Träumen befasst hat, leuchtet immer wieder als Vorbild auf.

Abstrakte Collage mit grüner Form links und einer Figur rechts vor dunklem Hintergrund.
Ein Gemeinschaftswerk. Man erkennt sofort, wer was gemalt hat.

„Während Rauch häufig ,männliche‘ Räume, Räume der Geschichte und der Macht untersucht, richtet Loy ihren Blick auf weibliche Gemeinschaften“, so Kuratorin Heike Stockhaus. Es ist eine ganz eigene Bildwelt, die hier aufscheint. Vor allem die Landschaften, in die Loy ihre Frauen und Fantasiefiguren stellt, geben Rätsel auf. Auffallend ist:Es ist eine Welt, in der Frauen zumeist glücklich und selbstbestimmt den Dingen nachgehen, die sie befriedigen. Männer brauchen sie augenscheinlich nicht.

Rauchs Werke hingegen sind politischer – mit vielen Hinweisen auf die DDR-Vergangenheit: Ausgrabungen eines kollektiven Gedächtnisses. Beide, Rauch und Loy, sind grandiose Maler und vertrauen auch im digitalen 21. Jahrhundert auf die ursprüngliche Kraft der Malerei, auf die Kraft des Bildes selbst. Die Ausstellung zeigt mehr als 50 zum Teil großformatige Werke aus der Privatsammlung Perlmutt. marc

Barlach-Kunstmuseum Wedel: Bis 27.9., Do-So 11-18 Uhr, Mühlenstr. 1, 12 Euro, ernst-barlach.de

Spider-Man auf dem Cover der „Plant-Woche“ mit großem Titel und gelbem Textstreifen am unteren Rand.
Der Plan7 vom 31. Juli 2026

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