Eine junge Frau balanciert auf ihrem ausgestreckten Zeigefinger mehrere Uhren.

Victoria Kraft spielt Momo, das Mädchen, das mit einem großen Herzen und guten Freunden gegen die bösen Zeiträuber antritt. Foto: Sinje Hasheider

Fabelhafte Hymne an das Leben: Hamburger Theater bringt „Momo“ auf die Bühne

kommentar icon
arrow down

Das Grauen naht! Jede Epoche hat ihre eigenen Bedrohungen, und jede Kindergeneration wächst in einer Welt auf, die von den Machtspielen, dem Größenwahn und der Kriegslust der Erwachsenen verseucht wird. Wohl kein Roman bringt es so gut auf den Punkt wie „Momo“ von Michael Ende (1929-1995): Die „Grauen Herren“ stehen sinnbildlich für alles, was menschenfeindlich, unsolidarisch, humorbefreit und freu(n)dlos ist.

Das Ziel der „Grauen Herren“ ist es, das Gute und Schöne aus dem Paradies zu vertreiben. Ihr Mittel ist der Tod: Sie wollen den Menschen die Lebenszeit rauben. Waisenkind Momo stellt sich ihnen zusammen mit Schildkröte Kassiopeia und dem Zeithüter Hora entgegen. Aber die Uhren ticken unaufhaltsam …

Junges Schauspielhaus bringt „Momo“-Neufassung auf die Bühne

Dieser grandiose, bildmächtige Fantasystoff hat bereits in den achtziger Jahren eine tolle Kinofassung erfahren. Ende vergangenen Jahres kam eine an die Gegenwart angepasste Neuverfilmung auf die Leinwand: mit schnelleren Schnitten und viel Wumms. Auch im Theater ist „Momo“ ein gern gesehener Gast. Es kann ja kein Zufall sein, dass große Teile der Handlung in einem heruntergekommenen Amphitheater spielen!

Gerade erst überwältigte die Geschichte im Thalia-Theater als vorweihnachtliches Familienstück. Das kann (und soll) das Junge Schauspielhaus aber nicht daran hindern, seine eigene Neufassung ins Barmbeker Rampenlicht zu schieben. Dort sind die technischen Möglichkeiten nicht ganz so riesig wie in einer der großen Theaterhallen, aber das muss ja nicht immer ein Mangel sein. Denn wie viel lässt sich mit Fantasie, mit Stimmungen und klug eingesetzten Hilfsmitteln wettmachen!

Stück befasst sich mit Ängsten der derzeitigen Jugend

Regisseurin Sophie Glaser und ihr Team versprechen, dass sich die neue „Momo“ auch mit den Widrigkeiten und Ängsten auseinandersetzt, die auf die derzeitige Jugend niederprasseln: die Tech-Konzerne und zwielichtigen Typen dahinter, Social-Media-Überreizung, KI-Revolution und das Thema, das sie wohl bis ans Ende ihres Lebens beschäftigen und bedrohen wird – die Klimakrise.

Das könnte Sie auch interessieren: Kribbeln in’n Buuk: So startet das Ohnsorg Theater ins neue Jahr

So düster die Ausgangslage der Erzählung ist, ist „Momo“ doch eine fabelhafte Hymne an das Leben und die Fantasie. An alles, was die grauenhaften Kerle bekämpfen wollen.

Junges Schauspielhaus: ab 17.1., diverse Zeiten, ab 7,50 Euro, ab 10 J., Tel. 24 87 13, junges.schauspielhaus.de

Der Plan7 vom 16. Januar 2026 MOPO
Der Plan7 vom 16. Januar 2026
Der Plan7 vom 16. Januar 2026

Dieser Tipp kommt aus Plan7, der Kultur- und Veranstaltungsbeilage in der neuen WochenMOPO (jeden Freitag neu am Kiosk, hier im günstigen Kennenlern-Abo). Plan7 – das sind 28 Seiten voller Kultur und Inspiration für Ihre Freizeit: Kultur-Tipps für jeden Tag der Woche, Tipps für Gastro-Fans und für Hamburg- und Umland-Entdecker. Dazu gibt’s Interviews und Verlosungen für Konzerte, Lesungen, Shows und mehr.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test