Schauspieler und Schauspielerinnen in bunten, extravaganten Kostümen

Im Pariser Salon von Hanna Glawari geht es recht frivol zu. Foto: Patrick Sobottka

Erst das Geld, dann das Herz: Launige Gesellschaftssatire an Hamburger Theater

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Es geht um viel Geld. Was die Wiederverheiratung der schwerreichen Hanna Glawari, weltberühmt als „Die lustige Witwe“, nicht nur zu einer Herzenssache, sondern auch zur politischen Angelegenheit macht. Nicht auszudenken, wenn das Millionenerbe der Witwe aus Lehárs Operettenstaat Pontevedro an einen der Mitgiftjäger ginge, die Hanna in Paris umschwirren wie die Motten das Licht. Höchste Zeit zu handeln, heißt es daher für Baron Zeta, den pontevedrinischen Botschafter in Paris. Besorgt um die klamme Kasse seines Heimatstaates schmiedet er einen Plan, der amouröse Verstrickungen auslöst, die das vermeintlich starke Geschlecht am Ende fast lächerlich schwach dastehen lassen.

An der Kammeroper im Allee-Theater inszenierte Lars Wernecke den Operettenklassiker mit Witz und Ironie als walzerseligen Tanz auf dem Vulkan. Er markiert eine Zeitenwende, von der die Herren der feinen Gesellschaft ­– offenbar bestrebt, mehr Wert auf die Originalität ihrer Haartracht als das „Studium der Weiber“ zu legen, bislang nichts mitbekommen haben: Selbstbewusste Frauen wie Hanna Glawari (verführerisch elegant: Anete Liepina) und „Ich bin eine verheiratete Frau“-Valencienne (Paulina Ovádková) sind zu Regisseurinnen ihres eigenen Lebens geworden. Charmant weisen sie verliebte Kerle in die Flirt-Schranken.

„Die lustige Witwe“ als launige Gesellschaftssatire

Doch zurück zum Plan des Barons Zeta (Simon Thorbjørnsen). Ausgerechnet Graf Danilo (ganz in seinem Element als Schauspieler und Sänger: Titus Witt), den eine lange Vorgeschichte mit ihr verbindet, soll die steinreiche Hanna heiraten. Nur: Von der großen Liebe muss der Lebemann („Da geh’ ich zu Maxim“) halt erst noch überzeugt werden.

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Unter der musikalischen Leitung von Ettore Prandi beschert das spielfreudige große Ensemble hinreißende, mit wundervollen Melodien und Arien („Lippen schweigen“) gefüllte Unterhaltung. Künstlerischer Hochgenuss. Launig und bereichernd.

Allee-Theater: bis 1.3., diverse Termine und Uhrzeiten, 32-75 Euro, Tel. 38 25 38, alleetheater.de

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